Wilhelm Exner Medal

Der Laureat 2020

Edward S. Boyden

Der heute 40-jährige Texaner zählte zu den 20 einflussreichsten Wissenschaftlern der USA unter 40. Seit 2019 ist er Mitglied der US National Academy of Sciences. Diese hohen Anerkennungen erarbeitete er sich schon zu Beginn seiner Karriere durch grundlegende Beiträge zur Optogenetik geprägt, einer Methode, bei der das genetische Verhalten einer Zelle durch Licht steuerbar gemacht werden kann (vgl. auch Exner Medaillenträger G. Miesenböck).Heute ist er “Y. Eva Tan” Professor in Neurotechnology am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo ihn die MIT Technology Review schon zu den „Top 35 unter 35“ zählte und gehört zudem den MIT Media Labs an.

Seine aktuelle Forschung beschäftigt sich damit, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen und zu beeinflussen. Eine dafür entwickelte Methode ist die ‚expansion microscopy‘ (ExM). Hier wird das zu untersuchende Objekt in ein Polymer eingebettet und dann durch das Quellen der Matrix vergrößert. Die Idee, nicht die optischen Parameter für die verbesserte Auflösung zu verändern, sondern den Gegenstand selbst zu vergrößern, revolutioniert die 300 jährige Geschichte der Mikroskopie, mit einer billigen und letztlich leicht zu realisierenden Anwendung. Das erklärt die rasche Verbreitung, ExM ist bereits in 1000 Labors weltweit im Einsatz.

Boyden wäre nicht ein Spitzen-Innovator, wenn er nicht auch den umgekehrten Weg, die Methode zu nützen, erkannt hätte, die 3D-Nanofabrikation. Es kann in besagten Polymer auch ein Objekt aufgebaut werden, das dann durch kontrolliertes Schrumpfen verkleinert wird und damit eine neue Möglichkeit zur Herstellung von extrem feinen Strukturen bietet. Die von Boyden mitgegründeten Firmen tragen ihr Geschäftsfeld im Namen: Expansion Technologies und (in Gründung) Implosion Fabrication.


The now 40-year-old Texan was one of the 20 most influential scientists in the US under 40. He has been a member of the US National Academy of Sciences since 2019. He earned this high recognition right at the beginning of his career through fundamental contributions to optogenetics, a method in which the genetic behavior of a cell can be made controllable by light (see also Exner medalist G. Miesenböck). Today he is “Y. Eva Tan ”Professor of Neurotechnology at the Massachusetts Institute of Technology (MIT), where the MIT Technology Review named him one of the“ Top 35 under 35 ”and is also a member of the MIT Media Labs.

His current research is concerned with understanding and influencing how the brain works. One method developed for this is ‘expansion microscopy’ (ExM). Here the object to be examined is embedded in a polymer and then enlarged by swelling the matrix. The idea of ​​not changing the optical parameters for improved resolution, but rather enlarging the object itself, revolutionizes the 300 year history of microscopy, with a cheap and ultimately easy to implement application. This explains the rapid spread, ExM is already in use in 1000 laboratories worldwide.

Boyden would not be a top innovator if he had not also recognized the reverse way of using the method: 3D nanofabrication. An object can also be built up in said polymer, which is then reduced in size through controlled shrinkage and thus offers a new possibility for the production of extremely fine structures. The companies co-founded by Boyden have their business area in the name: Expansion Technologies and (in formation) Implosion Fabrication.

Congratulations to Emmanuelle Charpentier

Emmanuelle Charpentier

Congratulations to Emmanuelle Charpentier

Die Wilhelm Exner Medaillen Stiftung gratuliert Emmanuelle Charpentier herzlich zum Nobelpreis für Chemie.

„Prof. Charpentier hat mit Ihrer Forschungsleistung um die Gen-Schere CRISPR/Cas7 den Traum der Menschen nach Heilung von Erb- und Krebserkrankungen neu beflügelt und wird heute dafür zu Recht mit dieser höchsten wissenschaftlichen Ehre ausgezeichnet,“ freut sich der Stiftungs-Geschäftsführer, Univ.-Prof. Hans Sünkel, mit der Geehrten über die Entscheidung der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Die nach dem österreichischen Wirtschafts- und Technikförderer benannte Wilhelm Exner Medaille wurde seit 1921 an 237 Wissenschaftler und Erfinder verliehen, die sich durch einen Bezug zur unternehmerischen Praxis auszeichnen. Sie bildeten und bilden das Fundament für das Wachstum von Industrie und Gewerbe und entsprechen daher den von Wilhelm Exner vertretenen Prinzipien.

Emmanuelle Charpentier wurde 2016 die Wilhelm Exner Medaille zuerkannt. “Die Verkündung des Nobelpreis-Kommittees macht Charpentier zur 23. Person, die beide Auszeichnungen erhalten hat,“ freut sich Generalsekretär Stephan Blahut, “Es erfüllt uns mit Stolz, dass dadurch die wichtigste österreichische Auszeichnung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft eindrucksvoll Bestätigung erfährt.”


The Wilhelm Exner Medal Foundation cordially congratulates Emmanuelle Charpentier on the Nobel Prize for Chemistry

“Prof. Charpentier has revived people’s dream of curing hereditary and cancerous diseases with her research work on the CRISPR / Cas7 gene scissors. She rightly has been awarded this highest scientific honor,” says the foundation’s managing director, Prof. Hans Sünkel, delighting the decision of the Royal Swedish Academy of Sciences.

The Wilhelm Exner Medal, named after the Austrian business and technology promoter, has been awarded since 1921 to 237 scientists and inventors who are distinguished by their relationship to business practice. Their contribution has been and still is the base for the growth of industry and commerce and therefore correspond to the principles represented by Wilhelm Exner.

Emmanuelle Charpentier was awarded the Wilhelm Exner Medal in 2016. “The announcement by the Nobel Prize Committee makes Charpentier the 23rd person to have received both awards,” said Secretary General Stephan Blahut, “We are proud that the most important Austrian award at the interface of science and business got this impressive confirmation.”


Emmanuelle Charpentiers Exner Lecture (2016)

Nobel Academy Website

Über die Wilhelm Exner Medaille

Eine Geschichte, die von Antikörpergemischen aus Pferdeserum bis zum Higgs Teilchen reicht: Seit 1921 ehrt der Österreichische Gewerbeverein ausgewählte Forscher mit der Wilhelm Exner Medaille. Die Verleihung der Auszeichnung erfolgt an Persönlichkeiten, deren Entdeckungen die Wirtschaft direkt oder indirekt in hervorragender Weise gefördert haben.

Unter den Laureaten befinden sich aktuell 22 Nobelpreisträger.
Die festliche Verleihung wird von einem wissenschaftlichen Symposium umrahmt.  Seit ein paar Jahren gibt es am Tag der Verleihung zusätzlich die Exner Lectures rund um die Themen der Medaillenträger. Das Ziel der Lectures ist es wirtschaftliche und wissenschaftliche Communities zusammen zu führen.

DIE GESCHICHTE

Die Wilhelm Exner Medaille ist eine österreichische Auszeichnung und wird von der Wilhelm Exner Stiftung des Österreichischen Gewerbeverein vergeben. Seit ein paar Jahren gibt es am Tag der Verleihung zusätzlich ein Symposium rund um die Themen der Medaillenträger, die Exner Lectures, das wirtschaftliche und wissenschaftliche Communities zusammenführt.

Eine Geschichte, die von Antikörpergemischen aus Pferdeserum bis zu synthetisch herstellbaren Miniaturausgaben oder zu monoklonalen Antikörpern oder dem Higgs Teilchen reicht.

DER ANLASS

Seit 1921 ehrt der Österreichische Gewerbeverein ausgewählte Wissenschaftler mit dem Wilhelm Exner Preis.
Unter den Laureaten befanden sich bisher 22 Nobelpreisträger. Die Auszeichnung ist nach dem Wiener Techniker und Forstwissenschafter Wilhelm Exner (1840 bis 1931) benannt. Er stand auch hinter der Gründung des Technischen Gewerbemuseums (TGM) in Wien-Alsergrund und war 35 Jahre lang Rektor der damaligen Hochschule für Bodenkultur in Wien.

DIE VERLEIHUNG

Die Verleihung der Medaille erfolgt an herausragende Wissenschaftler und Forscher, welche die Wirtschaft direkt oder indirekt durch besondere wissenschaftliche Leistungen in hervorragender Weise gefördert haben.

Die Bewältigung des technologisch gestützten Wandels, die Fähigkeit durch Kreativität und wissenschaftliche Neugier letztlich auch die sozialen Herausforderungen zu bewältigen, zeichnen die Arbeit des Österreichischen Gewerbevereins besonders aus.

DIE TRÄGER

Die Träger der Wilhelm Exner Medaille stehen für diese kreative Zukunftsausrichtung. Der Österreichische Gewerbeverein setzt damit jedes Jahr ein klares Zeichen dafür, dass nur das kooperative Zusammenwirken zwischen Forschern und Unternehmern die solide Basis für Wohlstand und Wachstum ist. Wilhelm Exner förderte zeitlebens diese Eckpfeiler der wirtschaftlichen Weiterentwicklung, der Gewerbeverein fühlt sich diesem Engagement auch heute verpflichtet.

DIE HERKUNFT

Ins Leben gerufen wurde die Wilhelm Exner Medaille aus Anlass der 60-jährigen Zugehörigkeit seines Ehrenpräsidenten Wilhelm Exner zum Österreichischen Gewerbeverein.

DIE MEDAILLE

Die Medaille hat einen Durchmesser von 7,5 cm und wird aus Bronze hergestellt. Sie trägt auf der Vorderseite das Bild und den Namenszug Wilhelm Exners, auf der Rückseite die Umschrift „Wilhelm Exner Medaille des Österreichischen Gewerbevereins in Wien“, den Namen desjenigen, dem die Medaille verliehen wurde, sowie das Jahr der Verleihung.

WEITERE INFORMATIONEN

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Exner
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm-Exner-Medaille

ÜBER WIHELM EXNER

Wilhelm Exner (1840–1931) betrachtete die zu seiner Zeit stattfindenden umwälzenden Veränderungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stets als große Chance und war darauf ausgerichtet, dabei auftretende Probleme offensiv und konstruktiv zu bewältigen.

Exner repräsentierte den weltoffenen österreichischen Liberalismus, der anstelle von Abschottung und Feindbildern sein Engagement für Modernisierung und Umgestaltung von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft einsetzte.

Diese die Persönlichkeit Wilhelm Exners prägenden Charaktereigenschaften sind in ihren Grundzügen auch bei vielen Wilhelm Exner Medaillenträgern zu finden.

Mit der Medaille, die seinen Namen trägt, ehrt der Österreichische Gewerbeverein seit 1921 bedeutende Wissenschaftler, deren Theorien, Erkenntnisse und Resultate wichtige gewerbe-industrielle Anwendungen hervorbrachten oder anbahnten. Unter den 222 Preisträgern, aus den Bereichen Physik, Chemie oder Biologie sowie Erfinder und Konstrukteure, deren Ideen und Entwürfe neue Dimensionen des wirtschaftlichen Fortschritts eröffneten und die Entwicklung von Industrie und Gewerbe nachhaltig förderten, finden sich 21 Nobelpreisträger.