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Wilhelm Exner Medaillen 2021 gehen an
Katalin Karikó und Luisa Torsi

Im Jubiläumsjahr werden zwei herausragende Forscherinnen für ihre die Gesellschaft und Wirtschaft verändernden Entdeckungen geehrt.

„Mit Luisa Torsi und Katalin Karikó wird die Wilhelm Exner Medaille an zwei herausragende Forscherinnen verliehen, die mit ihren Erkenntnissen ganz im Sinne Exners entscheidende gewerbe-industrielle Entwicklungen angestoßen, unternehmerische Tätigkeit beflügelt und einen immanenten gesellschaftlichen Nutzen gestiftet haben,“ verliest Generalsekretär Stephan Blahut die Entscheidung der Jury für 2021.

„Als die Medaille 1921 ausgelobt wurde, stand die Beförderung des Gemeinwohls, der Industrie, des Gewerbes und des Handels auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse im Fokus. Heute, 100 Jahre später, dürfen wir auf eine faszinierende und lange Liste von 240 Frauen und Männern blicken, die als Erfinderinnen, Konstrukteure, Chemikerinnen, Physiker oder Biologinnen, darunter 23 Nobelpreisträger.“

Alle Geehrten werden dem Exner‘schen Anspruch mehr als gerecht. Die Potenziale ihrer Forschung haben zu unzähligen Unternehmensgründungen, Produkten und Anwendungen geführt. Vieles ist in den nächsten Jahren zu erwarten“, schließt Blahut die Verlautbarung und lädt zur Teilnahme an den Veranstaltungen der Exner-Woche rund um die Verleihung am 24. November 2021 am Sitz der Stiftung, dem Palais Eschenbach, in Wien ein.

Katalin Karikó

Katalin Karikó

University of Pennsylvania, USA; Biontech, D

Katalin Karikó ist federführend an der Entwicklung von Medikamenten auf mRNA-Basis beteiligt. Karikó und Kollegen gelang, die empfindlichen mRNA-Moleküle in Lipid-Moleküle zu verpacken. Solche winzigen Nanopartikel kann man Tieren und Menschen injizieren, ohne eine gefährliche Immunreaktion auszulösen. Ihre Arbeit ist Grundlage für Impfstoffe gegen Covid-19 und für Medikamente gegen Krebs, Schlaganfälle oder Zystische Fibrose. Auf Basis dieser Technologie wurde auch die Firma Moderna gegründet. Karikó selbst ist seit 2013 als Senior Vice President Forschungsleiterin von Biontech.

Foto Katalin Karikó (1,4 MB) © Katalin Karikó

Luisa Torsi

Luisa Torsi

Università degli Studi di Bari Aldo Moro

Luisa Torsi ist Pionierin der organischen Bioelektronik. In ihrer Forschungsarbeit verbindet sie übergreifend elektronische und elektrochemische Sensoren, analytische Chemie, organische Halbleiter, Festkörper-Bauelemente-Physik, Materialchemie und -physik. An der Spitze einer der am schnellsten wachsenden Forschungsrichtungen in der organischen Elektronik stehend, versprechen ihre Entdeckungen neue Technologien für das Gesundheitswesen und das menschliche Wohlbefinden, beispielsweise sehr dünne, energieeffiziente Elektroniken wie etwa hochflexible Displays für Smartphones.

Foto Luisa Torsi (8,4 MB) © Marianna Ladisa

100 JAHRE WILHELM EXNER MEDAILLE

Als der Österreichische Gewerbeverein im 60. Jahr seiner Mitgliedschaft im Verein, Wilhelm Exner mit der Stiftung einer Medaille ehrte, stand die Würdigung exzellenter Forschungs- und Entdeckungsarbeit im Fokus der damals neuen Auszeichnung.

In hundert Jahren durften wir genau solchen Frauen und Männer unser Hochachtung erweisen, die den ‘Exnerschen Idealen’ an der Schnittstelle Wissensschaft, Forschung und Unternehmertum entsprachen, oftmals selbst neue Maßstäbe in ihren Forschungsfeldern setzten und mit den allerhöchsten, wissenschaftlichen Ehren ausgezeichnet sind.

Die Frauen und Männern, die sich aufmachen neue Erkenntnisse zu gewinnen und damit den Fortschritt unserer Gesellschaften ermöglichen, stehen auch im Mittelpunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten rund um die Verleihung der diesjährigen Medaille am 24. November 2021 in Wien.

DER MEDAILLENTRÄGER 2020

Aus Gründen der COVID-19 Pandemie konnte die Medaille 2020 nicht überreicht werden. Wir freuen uns sehr, Ed Boyden, im Rahmen der 100 Jahrefeier in Wien begrüßen zu können und die Ehrung Ende November 2021 nachholen zu dürfen.

Edward S. Boyden

Massachusetts Institute of Technology (MIT), USA

Edward Boyden ist Pionier der ‚expansion microscopy‘, einer Methode die das zu untersuchende Objekt in ein Polymer eingebettet und durch Quellen der Matrix vergrößert. Es werden nicht die optischen Parameter für die verbesserte Auflösung verändert, der Gegenstand selbst wird vergrößert. Eine Revolution in der 300 jährigen Geschichte der Mikroskopie. Boyden beschreitet auch den umgekehrten Weg: die 3D-Nanofabrikation. Er kann in diesem Polymer Objekte aufbauen, durch kontrolliertes Schrumpfen verkleinern und eröffnet damit neue Möglichkeiten zur Herstellung von extrem feinen Strukturen. Die von Boyden mit-gegründeten Firmen tragen ihr Geschäftsfeld im Namen: Expansion Technologies und (in Gründung) Implosion Fabrication.

Foto Ed Boyden (10,4 MB) © Ed Boyden

Congratulations to Emmanuelle Charpentier

Emmanuelle Charpentier

Congratulations to Emmanuelle Charpentier

Die Wilhelm Exner Medaillen Stiftung gratuliert Emmanuelle Charpentier herzlich zum Nobelpreis für Chemie.

„Prof. Charpentier hat mit Ihrer Forschungsleistung um die Gen-Schere CRISPR/Cas7 den Traum der Menschen nach Heilung von Erb- und Krebserkrankungen neu beflügelt und wird heute dafür zu Recht mit dieser höchsten wissenschaftlichen Ehre ausgezeichnet,“ freut sich der Stiftungs-Geschäftsführer, Univ.-Prof. Hans Sünkel, mit der Geehrten über die Entscheidung der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Die nach dem österreichischen Wirtschafts- und Technikförderer benannte Wilhelm Exner Medaille wurde seit 1921 an 237 Wissenschaftler und Erfinder verliehen, die sich durch einen Bezug zur unternehmerischen Praxis auszeichnen. Sie bildeten und bilden das Fundament für das Wachstum von Industrie und Gewerbe und entsprechen daher den von Wilhelm Exner vertretenen Prinzipien.

Emmanuelle Charpentier wurde 2016 die Wilhelm Exner Medaille zuerkannt. “Die Verkündung des Nobelpreis-Kommittees macht Charpentier zur 23. Person, die beide Auszeichnungen erhalten hat,“ freut sich Generalsekretär Stephan Blahut, “Es erfüllt uns mit Stolz, dass dadurch die wichtigste österreichische Auszeichnung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft eindrucksvoll Bestätigung erfährt.”

 


Emmanuelle Charpentiers Exner Lecture (2016)

Nobel Academy Website