1921

Wilhelm Exner

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Wilhelm Exner

Wilhelm Exner Medaille 1921

Seine “Exzellenz”, wie der Namensgeber der vom Österreichischen Gewerbeverein verliehenen Auszeichnung genannt wurde, war Doktor, Professor, Wirklicher Hofrat, Sektionschef, Reichsratsabgeordneter, Herrenhausmitglied und Präsident vieler Vereine sowie Ehrenpräsident des Gewerbevereins. Er entsprach idealtypisch dem, was man viel später einen Macher nannte. In seiner Autobiographie beschrieb er sich als einen Menschen, der mehr Anlagen zum Lehrer und Verfechter des Fortschritts auf dem Gebiete der Technik aufzuweisen hatte als zum Forscher und Gelehrten. Der Namensgeber der vom Österreichischen Gewerbeverein verliehenen Auszeichnung war 1862 mit zweiundzwanzig Jahren damals jüngster diplomierter Absolvent des Polytechnischen Institutes für die Fächergruppe Darstellende Geometrie, Baukunde und Maschinenlehre. Im gleichen Jahr besuchte Exner, der Englisch und Französisch perfekt beherrschte, als Stipendiat mit einer Gruppe von Unternehmern die Weltausstellung in London. Auf dieser Reise legte Exner den Grundstein für sein späteres Politik und Wirtschaft umfassendes, engmaschiges Netzwerk.

Nach kurzer Tätigkeit als Mittelschulprofessor erfolgte 1869 die Berufung zum Provisorischen Professor des Ingenieurwesens an die k.k. Forstakademie Mariabrunn, die 1875 in die heutige Universität für Bodenkultur eingegliedert wurde. Im gleichen Jahr erfolgte die Berufung zum Ordentlichen Professor, ein Jahr später wurde er zum Dekan der Fakultät und zwischen 1881 bis zu seiner Emeritierung 1900 dreimal zum Rektor gewählt. Exners Spuren sind bis heute unübersehbar. Er etablierte in Österreich mit der Gründung des TGM den modernen Typ der berufsbildenden Schule, gilt als einer der Schöpfer der Arbeiterkammer, war Mitbegründer des Technischen Museums und engagierte sich in der Gesetzgebung. So geht auf ihn das im Jahr 1910 damals als “Lex Exner” bezeichnete Gesetzeswerk zum Untersuchungs- und Materialprüfungswesen zurück. In diesem bis 1994 geltenden Gesetz wurde nichtstaatlichen Unternehmen wie dem TÜV, dessen Vorgängerorganisation die Dampfkesseluntersuchungsgesellschaft 1872 Exner mitbegründete, zugestanden, über den Weg der staatlichen Autorisierung Überprüfungen und Messergebnisse mit staatlicher Autorität durchzuführen.

Wilhelm Franz Exners Leben illustriert auf das anschaulichste, dass unternehmerisches Handeln, Förderung technischer Innovation und persönliche Durchschlagskraft bleibende Spuren hinterlassen können.


Wilhelm Exner Medal 1921

His “Excellency”, as the eponym to the award of the Österreichischer Gewerbeverein (ÖGV) – Austrian Association of Commerce, was Doctor, Professor, Real Councilor, Sectional Head, Member of the Reichsrat (House), Member of the Herrenhaus (Senate) and President of many associations as well as Honorary President of the ÖGV. He corresponded idealistically to what was later called a maker. In his autobiography, he described himself as a man who had more instances of instructors and advocates of progress in the field of technology than to researchers and scholars. He was the youngest graduate of the Polytechnic Institute of the Department of Performing Geometry, Building and Machine Science at the age of twenty-two. In the same year, Exner, who mastered English and French, attended the World Exposition in London as a scholarship holder with a group of entrepreneurs. On this trip, Exner laid the cornerstone for his later tightly knitted network of politics and business.

After a short period as a highschool teacher, the appointment to the Provisional Professor of Engineering to the k.k. Forstakademie Mariabrunn, which was integrated in 1875 into today’s University of Natural Resources and Life Science, Vienna. In the same year he was appointed full professor, one year later he was elected Dean of the Faculty and between 1881 until his retirement in 1900 three times as Rector. Exner’s traces are still visible today. He established the modern type of vocational training school in Austria with the founding of the TGM, is one of the creator of the Chamber of Labor, was co-founder of the Technical Museum and committed himself to the legislation. Thus, the law for examination and material testing, which was designated as “Lex Exner” in 1910, goes back to him. In this legislation, which was in force until 1994, non-state-owned enterprises such as the TÜV, whose predecessor organization co-founded the steam boiler investigation company in 1872, was authorized to carry out inspections and measurement results with state authority by way of state authorization.

Wilhelm Franz Exner’s life illustrates in the most illustrative way that entrepreneurial action, the promotion of technical innovation and personal penetrating power can leave lasting traces.

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