1979

Winfried Oppelt

Der Regelungstechniker Winfried Oppelt studierte Winfried an der Technischen Hochschule Darmstadt Technische Physik und schloss sein Studium im Jahr 1934 als Dipl.-Ing. ab. Danach war er bis zum Jahr 1937 bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) in Berlin tätig. Im Anschluss daran wechselte er zur Kieler Firma Anschütz, einem Hersteller für Kreiselkompasse und nautische Rudersteuerungs- und Überwachungssysteme.

Im Jahr 1943 dissertierte Oppelt über die “Dämpfung von Regel vorgängen durch verzögerte Rückführung” an der naturwissenschaftlichen Fakultät der TH Darmstadt zum Dr. Ing. Zwei Jahre später ging er zum Wöhler-Institut der TH Braunschweig. Ab dem Jahr 1949 arbeitete er als Laborleiter bei Hartmann und Braun, einem Hersteller von elektrischen und wärmetechnischen Messgeräten. Bereits während seiner Tätigkeit am Wöhler-Institut veröffentlichte er in den Jahren 1946 und 1949 die beiden Arbeiten “Grundgesetze der Regelung” und “Stetige Regelvorgänge”.

Die beiden Publikationen dienten als Grundlage für das 1954 veröffentlichte und berühmt gewordene Werk “Kleines Handbuch technischer Regelvorgänge”. Es erschien bis 1972 in fünf Aufl agen und wurde in sechs Sprachen übersetzt. Seit dem Jahr 1952 war Oppelt zugleich auch als Lehrbeauftragter für “Regelprobleme der Elektrotechnik” an der TH Darmstadt tätig. Im Jahr 1956 erfolgte die Gründung des ersten Instituts für Regelungstechnik in der BRD. Oppelt nahm 1957 die Berufung zum Professor für Regelungstechnik in Darmstadt an. Ab 1957 wurde auch die Studienrichtung “Regelungstechnik und technische Elektronik” angeboten.

Nach seiner Emeritierung im Jahr 1977 war Oppelt weiterhin wissenschaftlich tätig. Er beschäftigte sich insbesondere mit dem Automaten als Denkmodell des Ingenieurs für menschliches Verhalten. 1982 fasste er die Entwicklungsgeschichte der Flugregler zusammen, auf die er seit 1934 selbst maßgeblichen Einfl uss hatte. In einer englisch abgefassten Arbeit beschrieb Oppelt die Entwicklung der Regelungstheorie in Deutschland vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1945. Er widmete sich in seinen späten Jahren hauptsächlich biokybernetischen Fragestellungen wie hypnotischen Trancezuständen und deren Beschreibung durch Schichtenmodelle. Auszeichnungen erhielt er unter anderem die Ehrendoktor würde der Technischen Hochschule München und 1981 den mit 30.000 Euro dotierten namhaften Aachener und Münchner Preis für Technik und angewandte Naturwissenschaften.

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