1992

Willibald Riedler

Höhepunkt von Willibald Riedlers internationalen wissenschaftlichen Ambitionen stellte das im Jahr 1991 erfolgte österreichisch-sowjetische Gemeinschaftsprojekt Austromir dar. Riedler hatte die Gesamtverantwortung für den wissenschaftlichen Teil des Unternehmens.

Riedler ist der Begründer des österreichischen Weltraumzeitalters. Im Jahr 1969 wurde er an die TH Graz als Professor für Nachrichtentechnik und Wellenausbreitung berufen. Binnen kurzer Zeit konnte das erste in Graz gebaute Messinstrument in den Weltraum geschickt werden. Während Riedlers Tätigkeit kam es zur Durchführung von mehr als 70 Weltraumprojekten. So waren unter anderem Messgeräte, die aus seinem Labor stammten, 1982 beim Flug zur Venus und 1989 zum Mars sowie 1986 zum Halley´schen Kometen mit an Bord.

Riedler promovierte im Jahr 1961 an der TH Wien im Fach Nachrichten- und Hochfrequenztechnik, anschließend studierte er an der Universität Wien Meteorologie und Geophysik und promovierte ein zweites Mal 1966. Ein Auslandsaufenthalt Riedlers am Geophysikalischen Observatorium der Königlich-Schwedischen Akademie in Kiruna erschloss ihm neue Kontakte. Als er nach Österreich zurückkehrte, war er beauftragt dem Norwegischen Forschungsrat ein Messgerät für Höhenforschungsraketen zu liefern, das Informationen über die Elektronendichte der obersten Schicht der irdischen Lufthülle messen sollte.

Riedler ist Verfasser von mehr als 130 wissenschaftlichen Publikationen aus den Gebieten Nachrichtentechnik, Ionosphärenphysik sowie Physik des interstellaren Raums. Er wurde 1968 zum Professor für Nachrichtentechnik an der TH Graz berufen und 1971 mit der Leitung des Institutes für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften betraut, die er bis zum Jahr 2000 innehatte. Über seine Emeritierung hinaus ist Riedler wissenschaftlich aktiv, denn er arbeitet weiterhin als Gastforscher am Institut für Weltraumforschung und als Emeritus an der TU Graz. Im Lauf der Jahre wurde Willibald Riedler aufgrund seiner Erfolge und unermüdlichen Bemühungen um sein Forschungsgebiet auch als Weltraumpapst bezeichnet. Willibald Riedler wurde im Laufe seiner Karriere eine Vielzahl an Ehrungen zuteil, so die zweimalige Verleihung des sowjetischen Juri Gagarin-Ordens für besondere Verdienste um die Weltraumforschung, der Erwin Schrödinger-Preis und der Kardinal-Innitzer- Preis, der von der Erzdiözese Wien vergeben wird.

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