1969

Wernher von Braun

Der Weltraumpionier Wernher von Braun experimentierte schon als Jugendlicher mit Raketen und schrieb eine Abhandlung über Raumfahrt. Er studierte ab dem Jahr 1930 Physik an der Technischen Universität Berlin und an der ETH Zürich. 1934 promovierte er in Berlin über “Konstruktive, theoretische und experimentelle Beiträge zu dem Problem der Flüssigkeitsrakete”. Bereits ab 1929 arbeitete er gemeinsam mit dem ebenfalls 1969 durch die Wilhelm-Exner-Medaille ausgezeichneten Hermann Oberth zusammen, der ihn ebenso wie der slowenische Astronom und Astrophysiker Herman Potoˇcnik (1892-1929) maßgeblich beeinfl usste. In den Jahren 1937 bis 1945 forschte und arbeitete von Braun als technischer Direktor der Heeresversuchs anstalt Peenemünde.

Er leitete unter anderem die Entwicklung des Aggregats 4, das später unter dem Namen V2 bekannt wurde. Technische Neuerung der V2 war, die schubstarken Flüssigkeitstriebwerke mit einem Kreiselsystem zu koppeln, wodurch die Flugbahn stabilisiert werden konnte. Weitere Innovationen bestanden in der verbesserten Leistung der Triebwerke. Dies war auf die Entwicklung von Turbopumpen zurückzuführen, die große Mengen Treibstoff schnell in die Brennkammer pressen konnten. Nach Kriegsende befand sich von Braun unter den mehr als hundert Raketen-Entwicklern, die im Rahmen der “Operation Overcast” 1945 von den USA übernommen wurden. Er arbeitete zuerst als technischer Berater des US-amerikanischen Raketenprogramms und entwickelte von 1950 bis 1959 in Huntsville (Alabama) als Leiter der Redstone-Entwicklung atomare Mittelstreckenraketen. Im Oktober 1959 wechselte von Braun zur NASA, wo kurz zuvor die Entscheidung zum Bau einer großen Trägerrakete, der späteren Saturn V, gefallen war.

Großen Einfluss hatte von Braun bei der NASA auf den erfolgreichen Verlauf der Mercury-, Gemini- und Apollo-Programme. Unter seiner Leitung fand die Entwicklung der ersten Stufe der Saturn-V-Trägerrakete statt, die 1961 erstmals gezündet wurde und dann auch für das Mondprogramm Verwendung fand. Sein größter Erfolg war die erste bemannte Mondlandung im Jahr 1969. 1970 bis 1972 war er stellvertretender Direktor der NASA und setzte sich für eine Fortführung der Projekte ein, darunter auch für eine bemannte Mars-Mission. Budgetkürzungen bewirkten aber, dass er 1972 die NASA verließ und als Vizepräsident zum Luft- und Raumfahrtkonzern Fairchild wechselte, wo er bis 1976 tätig war.

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