1977

Viktor Hauk

Als international anerkannter Fachmann galt Viktor Hauk auf dem Gebiet der zerstörungsfreien Werkstoffkunde, insbesondere der Eigenspannungsforschung. Er war sowohl als Wissenschafter als auch als kompetenter Manager der Mannesmann Röhrenwerke AG sehr erfolgreich tätig. Dieser Umstand wurde in der Laudatio anlässlich der im Jahr 2002 erfolgten Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) besonders hervorgehoben.

Hauk studierte an der Wiener Universität und promovierte 1937 mit einer Arbeit über theoretische und experimentelle Unters uchungen zur Massenspektrometrie. Anschließend ging er nach Berlin an das Institut für Werkstoffforschung der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. Bereits dort führte er erste Untersuchungen zur röntgenographischen Vermessung von Gitterdehnungen durch. Drei Jahre nach Kriegsende habilitierte er sich an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, wo er später auch zum außerordentlichen Professor ernannt wurde.

Im Jahr 1955 trat Hauk in die Mannesmann-Röhrenwerke AG in Düsseldorf ein, wo er bis zum Jahr 1980 tätig war. 1968 übernahm er bei Mannesmann als Direktor die Hauptabteilung für Produktentwicklung. Dort war er für die in Öl- und Gasfeldern zum Einsatz kommenden Rohrverbindungen und deren Kunststoffi solierungen verantwortlich. Folgerichtig betrafen Hauks Forschungen unterschiedliche Bereiche der Massenspektrometrie, so arbeitete er beispielsweise über die Gummielastizität oder über die Feinstruktur der Metallverformung. Weiters war er auch bei der Produktentwicklung von Stahlrohren und Stahlrohrkonstruktionen tätig. Darüber hinaus oblag es ihm, Methoden zu finden, mittels derer die Einsatzgrenzen von Bohrgestängen für die Erdgasförderung bei höchsten Drücken ermittelt werden konnte.

Hauks Bibliografi e enthält mehr als 140 Arbeiten, deren größte Zahl die Werkstoffkunde betreffen, er publizierte infolge seiner industriellen Tätigkeit aber auch über Themen des Maschinenbaus und des Industriemanagements. Er war Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Materialprüfung und Vorsitzender des Fachausschusses für Röntgenspannungsmessung am Institut für Härtereitechnik. Seine Leistungen wurden vielfach gewürdigt, so erhielt er unter anderem die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Zwickau und die Erich-Siebel-Gedenkmünze des Deutschen Verbandes für Materialforschung und -prüfung (DVM).

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