1976

Theodor Wasserrab

Das Studium der Mathematik, Physik und Elektrotechnik absolvierte Theodor Wasserrab zwischen 1925 und 1931 an der Universität Brünn. Nach einem Stipendiatenaufenthalt am Heinrich- Hertz-Institut für Schwingungsforschung in Berlin kehrte er nach Brünn zurück und promovierte dort 1935 mit einer Arbeit zur quantitativen Messung hochfrequenter elektromagnetischer Felder. Danach arbeitete er zehn Jahre bei den Siemens Schuckert-Werken in Berlin-Siemensstadt, wo er in der betrieblichen Praxis mit der Lösung von Problemstellungen in der Stromrichtertechnik beschäftigt war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er für die Firma Brown-Boveri tätig, zunächst in Deutschland, seit 1951 in Baden in der Schweiz, wo er Vorstand der Konstruktions-, Entwicklungs-, Berechnungsund Versuchsabteilungen für Quecksilberdampf-Stromgefäße, Kontaktumformer und Halbleitergleichrichter war. Quecksilberdampfgleichrichter stellten zu dieser Zeit eine Standardtechnologie zur Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom dar. Unbedingt notwendig ist eine Umwandlung, da die Gleichstromübertragung bei Überlandleitungen in der Regel die einzige ökonomisch vertretbare Lösung ist, weil weitaus geringere Übertragungsverluste als beim Transport von Wechselstrom auftreten.

Seit 1949 übte Wasserrab auch einen Lehrauftrag für Stromrichtertechnik an der Technischen Hochschule Karlsruhe aus und wurde dort 1953 zum Honorarprofessor ernannt. Im Jahr 1965 folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor an die TH Aachen auf das neu gegründete Ordinariat für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe unter gleichzeitiger Bestellung zum Direktor dieses Institutes. Nachdem in der Mitte der 60er Jahre Quecksilberdampfstromrichter durch Halbleiterventile abgelöst worden waren, wandte sich Wasserrab diesem damals wichtigen Bauelement der Energietechnik zu und lieferte wesentliche Beiträge zur Grenzbelastung von Leistungsdioden und Thyristoren, die zur Steuerung verwendet wurden. Einer der Forschungsschwerpunkte des von ihm geleiteten Instituts betraf auch die autonomen elektrischen Antriebe.

Theodor Wasserrab erhielt zahlreiche Anerkennungen. So wurde er 1971 zum ordentlichen Mitglied der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften berufen und bekam unter anderem 1976 den VDE-Ehrenring des Verbands der Elektrotechnik und von der Deutschen Gesellschaft für Elektrischen Straßenverkehr wurde er im Jahr 1982 zum Ehrenmitglied ernannt.

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