1990

Takeo Saegusa

Exner-Laureat Takeo Saegusa gilt als einer der Pioniere neuer Verfahren der Polymerisation, so gehen auf ihn unter anderem neue komplexe Katalysatoren zurück. Saegusa publizierte allein über Polymer – Synthese mehr als 346 Arbeiten und weitere 215 Arbeiten über organische Synthese. Er begründete mit seinen Forschungen einen eigenen Zweig der Polymer-Chemie. Am signifikantesten sind seine Arbeiten über die nicht katalytische Copolymerisation. Diese unterscheidet sich von der so genannt “einfachen” Polymerisation dadurch, dass statt einer Monomersorte mehrere Monomersorten polymerisiert werden.

Weiters resultierte aus Saegusas Forschungen auch eine Gruppe neuer Materialien wie beispielsweise molekulare Verbindungen, bestehend aus organischen Polymeren und Metalloxiden. Saegusa ist einer jener Grundlagenforscher, dessen Ziele auch immer darauf gerichtet waren, Ergebnisse seiner Forschungen in industrielle Anwendungen überzuführen. Damit entspricht er den von Namensgeber Wilhelm Exner geforderten und auch gelebten Grundsätzen, angewandte Forschung zu betreiben. So war er auch unter anderem in den Jahren 1984 bis 1989 Aufsichtsratsvorsitzender der IUPAC Division eines der größten japanischen Chemieherstellers, nämlich der Macromolecular Chemistry.

Takeo Saegusa wuchs im Nordosten Chinas in der Mandschurei auf und besuchte dort die Grundschule. Für die höhere Schulausbildung wechselte er nach Japan, wo er in Kumamoto, auf der südlichsten der großen Inseln Japans, die höhere Schule besuchte. Dann studierte er an der Universität Kyoto Chemie, wo er bei Ryohei Oda, einem der führenden japanischen Chemiker dieser Zeit, im Jahr 1956 promovierte. Die Dissertation schrieb er über die chemischen Reaktionen von Polymeren. Daran anschließend erhielt er sofort das Angebot, bei der Furukawa-Forschungsgruppe als Assistenz Professor tätig zu werden.

Im Jahr 1960 erfolgte die Berufung an die Universität Kyoto, wo er bis zu seiner Emeritierung, die im Jahr 1993 erfolgte, tätig war. Saegusa ist ein international sehr gefragter Gastprofessor, er erhielt zahlreiche Ehrungen; so unter anderem im Jahr 1978 den Preis der Japanischen Chemischen Gesellschaft, 1989 den Preis der Society of Polymer Science und 1992 die Purple Ribbon Medal, die vom japanischen Kaiser verliehen wird. Er war auch zwischen 1985 und 1989 Mitglied des Science Council of Japan, dessen Mitglieder vom Premierminister ausgewählt werden.

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