1982

Sir Stanley Hooker

Die Weiterentwicklung von Triebwerken und das Design von Düsenaggregaten sind Kennzeichen von Stanly Hookers Karriere. Er studierte am Imperial College in London Mathematik, interessierte sich dann aber für Aerodynamik und wechsel te nach Oxford, wo er 1935 promovierte. Danach arbeitete er im Forschungslaboratorium der Admiralität und wechselte drei Jahre später zu Rolls-Royce in die Konstruktionsabteilung.

Dort widmete er sich der Verbesserung der Kompression des von Rolls-Royce produzierten Merlin-Triebwerks und konnte binnen kurzer Zeit dessen Wirkungsgrad um rund 30 Prozent steigern. Merlin-Motoren wurden in der Spitfi re verwendet, die das Rückgrat der britischen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs bildete. Die von Hooker angewandten mathematischen Verfahren zur Optimierung der Kompression kamen auch bei der Konzeption von Düsenaggregaten zur Anwendung.

Ab dem Jahr 1940 war Hooker Chef-Ingenieur für die Entwicklung der ersten britischen Düsentriebwerke. Einige der von ihm entwickelten Düsentriebwerke wurden später in die damalige Sowjet union verkauft, kopiert und fanden in der MIG 15 Verwendung. Vier Jahre nach Kriegsende wechselte Hooker zu Bristol Aero Engine, jenem Unternehmen, das die Turboprop-Technologie entwickelt hatte, um dort die fehleranfälligen Proteus- und Olymp- Modelle zu optimieren. Bei Bristol Aero Engine entwickelte Hooker auch das später berühmt gewordene Triebwerk Pegasus, das unter Luftfahrthistorikern einen Kultstatus einnimmt.

Ab dem Jahr 1952 begann er für den britischen Kampfmaschinen- Hersteller Folland die Entwicklung von Düsentriebwerken, die später unter anderem auch in dem Fiat-Kampfjet Fiat G91 zum Einsatz kamen. Hooker arbeitete bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1967 weiter bei dem später unter Bristol Siddeley fi rmierenden Unternehmen. Er blieb dem Unternehmen weiter als Berater verbunden, doch aus Enttäuschung darüber, dass er nie eine leitende Position erhalten hatte, zog er sich 1970 völlig zurück.

Als Rolls-Royce 1970 aufgrund der aus dem Ruder gelaufenen Entwicklungskosten des Düsentriebwerks RB.211 in Konkurs ging, wurde Hooker als technischer Direktor engagiert. Binnen kürzester Zeit kam es zur Behebung der Probleme und das Triebwerk konnte in Produktion gehen. Hooker wurde für die Rettung von Rolls- Royce von der Queen geadelt und ließ sich 1978 ein zweites Mal und letztes Mal pensionieren.

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