2000

Rudolf Rigler

Rudolf Rigler arbeitet derzeit am Laboratoire d`optique Biomedicale in Lausanne. Vor seiner Emeritierung war er als Professor am schwedischen Karolinska Institut tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Entwicklung physikalischer Methoden zur Analyse der Struktur und Dynamik von Biomolekülen in Lösung. Dies bezieht sich insbesondere auf die Erforschung der Fluoreszenz-, Relaxions- und Korrelationsspektroskopie zur näheren Bestimmung von Dissoziationskonstanten zwischen Makromolekülen und Liganden. Anwendung finden diese Erkenntnisse vor allem in der medizinischen Diagnostik, dafür wurde das Unternehmen Evotec-Bisosystems gegründet, das gemeinsam mit Zeiss ein Gerät für diese Arbeitstechnik auf den Markt brachte.

Rigler ist eben nicht nur Wissenschafter, sondern auch Unternehmer. Evotec konnte sich mittlerweile erfolgreich am Markt als bevorzugter Partner für Wirkstoffforschungs- und -entwicklungsleistungen für die weltweit führenden pharmazeutischen und Biotechnologie-Unternehmen etablieren. Weiters war Rudolf Rigler auch Mitgründer des Start ups Gnothis. Ein weiteres Verfahren, das Rigler gemeinsam mit dem Nobelpreisträger des Jahres 1967, Manfred Eigen, entwickelte, bietet die Möglichkeit, in sehr kurzen Zeitabläufen Partikel, Moleküle, Zellen, Proteine oder Gene in kleinsten Konzentrationen nachzuweisen und identifi zieren zu können. Das revolutionierende Verfahren bietet vor allem zur Erkennung von Krankheiten, wie etwa in der Aids- oder Hepatitisforschung, völlig neue Möglichkeiten. Für das Verfahren wurde ein Fluoreszenz-Korrelations-Spektroskop gebaut, das neben der medizinischen Anwendung auch zu Untersuchungen von Umweltschadstoffen in der Lebensmittelanalytik eingesetzt werden kann. Für die Untersuchung selbst wird eine ausgefeilte Lasertechnik auf sehr kleine Tropfenproben gerichtet, dadurch können Moleküle oder Viren an ihrer Lichtreflexion erkannt werden. Diese neue innovative Untersuchungstechnik übertrifft, was die Exaktheit der Ergebnisse und ebenso was die Schnelligkeit der Ermittlung der Untersuchungsergebnisse anbelangt, herkömmliche Verfahren um ein Vielfaches und lässt auch völlige neue Anwendungsmöglichkeiten zur Kontrolle der Umwelt vorstellbar werden. Rigler, der vielfach ausgezeichnet wurde, ist unter anderem Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

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