1968

Richard Kwizda

Der Exner-Laureat Richard Kwizda begann nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg zunächst in Leoben an der Montanistischen Hochschule zu studieren, wechselte aber dann zum Studium der Pharmazie und Chemie. Grund dafür war, dass seine älteren Brüder ihren Lebensweg außerhalb des Familienunternehmens gestalteten wollten und er das Werk seines Vaters und Großvaters fortsetzen sollte. 1924 promovierte er zum Magister der Pharmazie und übernahm im selben Jahr das Unternehmen, wobei es ihm trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation gelang, die Firma bedeutend auszubauen.

Seine Tätigkeit beschränkte sich aber nicht nur auf den wirtschaftlichen Aspekt, sondern er wandte sich intensiv der Schaffung neuer Heilmittelspezialitäten zu. So konnte er mit einer ganzen Reihe von neuen Arzneimitteln, von denen viele heute noch ein fixer Bestandteil im Sortiment einer Apotheke sind, wie beispielsweise das Analgetikum Adolorin einen steilen Aufstieg des Unternehmens, heute Kwizda Pharma, einleiten. Weiters gründete er im Jahr 1926 eine Pfl anzenschutzabteilung, heute Kwizda Agro deren Aufgabe vor allem die Erforschung und Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln war. Der weitere Ausbau des Betriebes bestand auch in der Vertretung von internationalen Unternehmen aus den Bereichen Pharma und Pflanzenschutz. Weiters gehörten eine Reihe von Drogerien in ganz Österreich, eine Kosmetikabteilung, eine landwirtschaftliche Versuchswirtschaft, ein Holzschutz-Unternehmen und das Tochterunternehmen Büsscher & Hoffmann GmbH sowie die Gründung von Niederlassungen in Deutschland und der Schweiz zum erfolgreichen Ausbau des Konzerns Kwizda, der heute von Mag.pharm. Richard P. Kwizda und Dr. Johann F. Kwizda geleitet wird.

Seine Vielseitigkeit zeigte sich auch in seiner Tätigkeit als Fachvertreter der chemischen Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich, seiner Beteiligung an der Österreichischen Studien gesellschaft für Atomenergie Seibersdorf, seiner Tätigkeit als Kgl. Dänischer Generalkonsul sowie seiner Promotion zum Doktor der Philosophie an der Universität Innsbruck im Jahr 1954. Das Lebenswerk Kwizdas wurde durch nationale und internationale Auszeichnungen gewürdigt. Hervorzuheben sind die Titel Kommerzialrat, Ehrensenator der Universität Graz und der Hochschule für Welthandel Wien, Ehrenbürger der Universitäten Graz, Salzburg und Innsbruck sowie die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Korneuburg.

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