1992

Peter Komarek

Peter Komarek zählt den führenden Experten in den Bereichen Energie- und Tieftemperaturtechnik sowie magneto-hydrodynamische Energieumwandlung und Kernumwandlung. Er ist Herausgeber der Fachzeitschriften “Cryogenics” und “Fusion Engineering Design” und arbeitet am Forschungszentrum Karlsruhe im Bereich Supraleitung und deren Anwendungen.

Das von ihm geleitete Institut für Technische Physik in Karlsruhe ist führend bei der Entwicklung von supraleitenden Magnetspulen. Dabei werden Arbeiten von der Charakterisierung der technischen Supraleiter über den Entwurf und die Konstruktion der Magnetsysteme bis zur prototypischen Fertigung der Magnet spulen durchgeführt. Eingesetzt werden solche Magnetsysteme in der Magnetresonanzspektroskopie, mit der sich die Struktur von komplexen biologischen Makromolekülen mit der notwendigen hohen Auflösung untersuchen lässt. Eine eigens dafür errichtete Testeinrichtung bietet die Möglichkeit, Experimente an technischen Supraleitern für neue supraleitende Höchstfeldmagnete durchzuführen. Wichtiges Arbeitsfeld ist auch die Entwicklung von Magnetfeldern für Fusionsreaktoren mit magnetischem Einschluss, die aus ökonomischen Gründen ausschließlich supraleitend erzeugt werden müssen. Die erste Generation gegenwärtig projektierter Maschinen mit einem kompletten supraleitenden Magnetsystem sind der Tokamak ITER (International Thermonuklear Experimental Reactor) und der Stellarator. Andere Bereiche des Instituts für Technische Physik befassen sich mit der technischen Anwendung der Supraleitung. Die Arbeitsgebiete reichen dabei von der Entwicklung von Betriebsmitteln der elektrischen Energietechnik über die Entwicklung von Hochtemperatursupraleitern für diese Anwendungen bis zum Test von großen supraleitenden Magneten für die Kernfusion.

Komarek studierte technische Physik an der Technischen Hochschule Wien, wo er im Jahr 1966 bei Fritz Regler, Wilhelm-Exner-Medaillenträger des Jahres 1965, promovierte. Danach arbeitete er ein Jahr als Hochschulassistent an der TU Wien und wechselte 1968 als wissenschaftlicher Mitarbeiter zur deutschen Forschungsanlage Jülich, wo er später zum Projektleiter aufstieg. Im Jahr 1973 ging er als Abteilungsleiter an das Forschungszentrum Karlsruhe. Im Jahr 1974 habilitierte sich Komarek an der Technischen Universität Graz, wurde dort ein Jahr später und dann 1986 von der Universität Karlsruhe ebenfalls zum Honorarprofessor ernannt. Seit dem Jahr 1986 ist er auch Leiter des Instituts für Technische Physik.

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