1987

Otto Vogl

Als einer der weltweit bedeutendsten Kunststoff-Wissenschafter gilt Otto Vogl. Er machte während seiner Zeit als Professor an der University of Massachusetts die Bereiche Polymerwissenschaften und Kunststofftechnik zu einer der bedeutendsten Ausbildungsstätten der USA. Vogl, der das Studium der Chemie an der Wiener Universität im Jahr 1950 mit der Promotion abschloss, ging danach in die USA. Dort arbeitete er anfänglich als Research Assistent an der University of Michigan.

Im Jahr 1955 ging er an die Princeton University. Im gleichen Jahr wechselte er zu DuPont, wo er die nächsten dreizehn Jahre tätig war. Er wurde 1970 an die University of Massachusetts berufen. Mit dieser Berufung erfüllte sich auch eines seiner Ziele, nämlich als Universitätsprofessor tätig zu sein. In seinen autobiographischen Aufzeichnungen weist er darauf hin, dass der Wunsch, als Professor an einer Universität zu arbeiten, ein wichtiger Bestandteil seiner Entscheidung in die USA zu gehen war. In Wien sah er nämlich aufgrund fehlender familiärer oder anderer Verbindungen keine Chance innerhalb eines realistischen Zeitrahmens eine erfolgreiche akademische Karriere machen zu können.

Im Jahr 1983 wechselte er an die Polytechnic University of New York, wo er die Herman F. Mark Professur für Polymerwissenschaften erhielt. Der Namensgeber dieser Professur zählt auch zu den Wilhelm-Exner-Medaillenträgern, seine Auszeichnung erfolgte im Jahr 1934. Vogel ist über seine im Jahr 1996 erfolgte Emeritierung hinaus weiterhin in Forschung und Lehre aktiv. Ein besonderes Anliegen ist ihm, wie die von ihm erstellte Homepage zeigt, die um fassende Dokumentation der Geschichte der Polymerwissenschaften und ihrer Protagonisten. Als Wissenschafter ist Vogl außerordentlich produktiv, denn das umfangreiche wissenschaftliche Werk umfasst mehr als 600 Publikationen und aus seinen Forschungen entsprangen 50 Patente.

Er war als Gastprofessor an amerikanischen, europäischen, japanischen und chinesischen Universitäten tätig. Vogl erfuhr zahlreiche Auszeichnungen, so ist er unter anderem Ehrendoktor der Universität Jena, der bulgarischen Universität Iasi, der Universität Osaka und der Montanuniversität Leoben. Darüber hinaus machten ihn die Gesellschaften der slowakischen, kroatischen, österreichischen und japanischen Chemiker zu ihrem Ehrenmitglied. Er ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften, unter anderem auch der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

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