1958 | Nobelpreis Gewinner

Otto Hahn

Im Jahre 1901 schloss der Nobelpreisträger des Jahres 1944 sein Studium der Chemie an der Universität Marburg ab. Nach Ende seines einjährigen Militärdienstes war Hahn noch zwei Jahre als Assistent an der Universität Marburg tätig. Im Jahr 1904 ging er an das University College London und wurde Mitarbeiter von Sir William Ramsay (1852-1916), dem Entdecker der Edelgase. Hier beschäftigte sich Hahn mit dem zu dieser Zeit noch jungen Gebiet der Radiochemie. Während der Arbeit mit Salzen des Elements Radium entdeckte Hahn 1905 das so genannte Radiothorium (Thorium 228), nach damaligen Vorstellungen ein neues radioaktives chemisches Element.

Im Herbst 1905 wechselte Hahn an die McGill-Universität in Montreal, Kanada, um bei Sir Ernest Rutherford (Wilhelm-Exner- Medaille 1936) seine Kenntnisse zu vertiefen. Hier entdeckte Hahn die nach damaliger Terminologie radioaktiven chemischen Elemente Thorium C, Radium D und Radioactinium. Im Jahr 1910 wurde Hahn an die Berliner Universität als Professor berufen. Während des ersten Weltkrieges arbeitete er in direkter Weiterführung der Forschungsarbeiten am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie, wo er seit 1912 unter der Leitung von Fritz Haber (Wilhelm-Exner-Medaille 1929) tätig war und dessen Leitung er dann ab 1924 zunächst kommissarisch und ab 1928 auch formell übernahm, an militärischen Einsätzen der Giftgas-Einheit.

Hahn folgte seinem Mentor Haber, der nach der Machtübernahme der Nationasozialisten Deutschalnd verlassen musst, auch als Leiter des Instituts für Physikalische Chemie und Elektrochemie. Hier folgte es den Forschungsergebnissen von Curie und Fermi und versuchte schon mit seiner Lise Meitner, die schließlich auch vor den Nazis fliehen musste, und später mit Friedrich Strassmann einen Urankern durch Neutronen zu spalten. Dies gelang erstmals 1938, womit die technische Voraussetzungen um Atomenergie zu nutzen ebenso erkannt war, wie ihr Einsatz in Atombomben geebnet war.

Für seine Arbeiten über die Kernspaltung und erhielt Hahn bereits 1944 den Nobelpreis für Chemie. Zwei Jahre später wurde er zum Präsidenten der “Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft” aus der die “Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften” hervorging, der er bis 1960 als Gründungspräsident vorstand. Wie Josef Mattauch, der ein Jahr zuvor mit der Wilhelm-Exner-Medaille ausgezeichnet wurde, blieb Hahn Zeit Lebens ein entschiedener Gegner atomarer Bewaffnung. Er starb am 28. Juli 1968 in Göttingen.

Zurück zur Übersicht