1928

Mirko Gottfried Ros

Im Jahr 1906 erwarb Ros an der Königlich Technischen Hochschule Hannover mit Auszeichnung das Diplom als Bauingenieur mit dem Hauptgebiet Brückenbau. Hierauf
folgte 1906 bis 1907 seine erste praktische Arbeit als Brückeningenieur bei der Gotthardbahn in der Schweiz. In seiner 16-jährigen Berufslaufbahn legte Ros den Grundstein für die akademische Laufbahn, die 1923 mit einem Lehrauftrag für Stahlbau an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich begann.

Noch im gleichen Jahr wurde er zum Professor an der ETH ernannt. Zeitgleich berief ihn auch die Königliche Technische Hochschule Zagreb als Professor, was er aber nicht annahm. Ein Jahr später wurden die Weichen für seinen weiteren Berufsweg neu gestellt, denn in der Schweiz erfolgte die Bestellung zum Direktor der damaligen Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt an der ETH Zürich. Weiters wurde Ros zum Professor für Baustoffkunde und Materialprüfung an der ETH ernannt und in den Schweizer Bundesrat gewählt. Die Materialprüfung wurde für die nächsten 25 Jahre zu Ros Arbeitsgebiet, in dem er in der wissenschaftlichen Fachwelt sowohl der Schweiz als auch international
eine anerkannte Autorität wurde. Die Aufträge für die Untersuchungstätigkeit nahmen unter seiner Leitung einen regen Aufschwung, was ihn in die Lage versetzte seine eigenen Forschungsarbeiten zu finanzieren.

Mirko Ros hatte großen Anteil an der Entwicklung der experimentellen Materialforschung und am Ausbau der auf den Grundlagen der Baustatik und Festigkeitslehre aufgebauten technologischen Mechanik und Materialforschung ganz allgemein. Unter seinem Wirken entfaltete sich die Materialforschung in der Schweiz zu einer ganz besonderen Richtung mit eigenem Profil. Sie stand und steht seit dieser Zeit in engster Verbindung mit der industriell-gewerblichen Praxis und strebt nach unmittelbarer Anwendung der Erkenntnisse, die sowohl auf experimentellem als auch auf theoretischem Wege gewonnen werden.

Auf Ros, der 1949 emeritiert wurde, geht zurück, dass das systematische Experiment in der Materialprüfung möglichst der Wirklichkeit angepasst sein soll, jedoch nicht als direkte Nachahmung, sondern als eine Synthese zwischen Theorie und Praxis. Materialforschung und -entwicklung haben nach Mirko Ros von dem Rohen, Massiven in der Konstruktion zum leichteren, aber dennoch dauerhafteren, qualitativ hochwertigeren und damit zum wirtschaftlichen Bauwesen zu führen.

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