1991

Michael J. Higatsberger

Exner-Laureat Michael Higatsberger konzentrierte seine Forschungsinteressen auf die Massenspektroskopie, die Physik von Kernreaktoren sowie Verfahren der Festkörperphysik und Festkörpertechnologien. Er war Inhaber von 72 Patenten. In seinen späten Jahren widmete er sich auch dem neu entstandenen Feld der Nanotechnologie. Er studierte an der Universität Wien Physik, Chemie, Mathematik und Philosophie und promovierte im Jahr 1949.

Daran anschließend arbeitete er als Assistent an der Universität Wien, unterbrochen von mehreren Auslandsaufenthalten in den USA: so an der University of Minnesota, am Research Laboratory Corps of Engineers in Fort Belvoir sowie an der Catholic University in Washington. Higatsberger war bekannt dafür, als Grundlagenforscher auch die Anwendbarkeit seiner Forschungsergebnisse im Auge zu behalten, was dazu führte, dass er maßgeblich an der Entwicklung neuer Produkte beteiligt war. Dieser Aspekt seiner Tätigkeit floss auch in seine Habilitationsschrift ein, in der er sich 1958 mit “Neuen Apparaten in der Massenspektroskopie” beschäftigte.

In den USA lernte Higatsberger die friedliche Nutzung der Kernenergie kennen und damit verbunden die Notwendigkeit von Großforschungseinrichtungen. Als er im Jahr 1955 nach Österreich zurückkehrte, engagierte er sich nachhaltig für ein österreichisches Kernforschungszentrum, was 1956 zur Gründung der “Österreichischen Studiengesellschaft für Atomenergie” führte. Higatsberger war der erste Geschäftsführer des in Seibersdorf etablierten Instituts und leitete dieses bis zum Jahr 1971. Der Forschungsreaktor und mehrere Institute, unter anderem für Physik, Elektronik und Chemie, wurden 1961 eröffnet. Im Jahr 1965 ernannte ihn die Technische Hochschule Graz zum Honorarprofessor für Reaktorphysik, vier Jahre später erfolgte an der Universität Wien die Ernennung zum Außerordentlichen und 1971 die Berufung als Ordentlicher Professor für Experimentalphysik sowie zum Institutsvorstand. Seit 1983 war er Vorsitzender der Postgradualen Universitätslehrgänge für Medizinische Physik an der Universität Wien.

Higatsberger engagierte sich auch für die Vertiefung der Beziehungen zur Universität Tel Aviv, die ihm ein Ehrendoktorat verlieh. Er erhielt weitere zahlreiche Auszeichnungen, so unter anderem auch das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, und war Mitglied zahlreicher Gesellschaften wie der British Nuclear Energy Society und des Europäischen Komitees des Weizmann Institute of Science.

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