1978

Max Auwärter

Die Biografie des Wilhelm-Exner-Medaillenträgers Max Auwärter zeigt beispielhaft, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in unternehmerischen Erfolg umgewandelt werden können. Er studierte Physik in Tübingen und München bei berühmten Lehrern, wie Walter Gerlach und Arnold Sommerfeld.

Auwärter arbeitete bis zum Jahr 1936 am Kaiser-Wilhelm-Institut, dem heutigen Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart, und erhielt mit 29 Jahren auf der Pariser Weltausstellung seine erste Auszeichnung, nämlich die Goldmedaille für die Entwicklung des ersten harten, korrosionsfesten Oberfl ächenspiegels, hergestellt durch Aufdampfen von Rhodium im Hochvakuum. Seine ersten Erfahrungen im industriellen Umfeld machte Auwärter bei Robert Bosch in Stuttgart.

Im Jahr 1936 ging Auwärter zu Heraeus nach Hanau in der Nähe von Frankfurt am Main, wo er das physikalische Laboratorium leitete und ab 1943 Teilhaber der Heraeus-Tochtergesellschaft in Süddeutschland war. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gründete Auwärter im Jahr 1946 mit Unterstützung des Prinzen von Liechtenstein, Franz Josef II., im liechtensteinischen Balzers die Balzers AG, die sich auf das Aufbringen dünner Schichten mit Hilfe der Hochvakuumtechnik spezialisierte. Das Unternehmen trägt heute den Namen Oerlikon Balzers Coating.

Ursprüngliches Unternehmensziel war es, die bis dahin noch weitgehend unbekannte und wenig erforschte Vakuum-Dünnfi lmtechnologie industriell nutzbar zu machen. Da zu dieser Zeit weder Anlagen noch Geräte für die Produktion von Dünnfi lmbeschichtungen verfügbar waren, entwickelte und produzierte das Unternehmen diese selbst. Die ersten für den Massenmarkt tauglichen Anwendungen waren Sonnenschutz- und Anti-Refl exionsbeschichtungen für Brillengläser, Anti-Refl exionsbeschichtungen für Kamera objektive, optische Filter und Refl ektoren sowie Dünnfi lme für elektronische Anwendungen. Das von Auwärter geschaffene Verfahren kommt beispielsweise auch bei Swarovski in der Schmucksteinerzeugung zum Einsatz.

Max Auwärter wurde vielfach geehrt, so ernannte ihn seine Heimatuniversität Tübingen im Jahr 1962 zum Honorarprofessor und konnte ihn auch für die Lehre begeistern. Weiters erhielt er 1963 er die Ehrensenatorwürde und 1968 das philosophische Ehrendoktorat der Universität Innsbruck, die Technische Universität Wien ehrte ihn 1996 mit der Joseph Ritter von Prechtl-Medaille.

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