1969

Konrad Zuse

Ursprünglich war Konrad Zuse Bauingenieur, dann Computerpionier und Unternehmer. Er gilt als der Erfi nder dessen, was heute als Computer bezeichnet wird; genauer gesagt der ersten vollautomatischen, programmgesteuerten und frei pro grammierbaren, in binärer Gleitkommarechnung arbeitenden Rechenanlage. Zuse entwickelte die “Rechenmaschine” 1941 und gab ihr den Namen Z3. Er studierte ab dem Jahr 1928 an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg (heute Technische Universität Berlin) zuerst Maschinenbau, wechselte schnell zu Architektur und schließlich zum Bauingenieurwesen.

Dies erschien ihm die ideale Kombination aus Ingenieur und Künstler, 1935 schloss er mit dem Diplom ab. Danach arbeitete er als Statiker bei den Berliner Henschel-Flugzeugwerken. Bereits ein Jahr später nahm er die Arbeit an einem programmierbaren Rechner auf. Angeregt wurde er dadurch, die monotonen und aufwändigen Berechnungen für die Flugstatik zu automatisieren. Das Resultat war der 1938 fertiggestellte, elektrisch angetriebene mechanische Rechner Z1 mit begrenzten Programmiermöglichkeiten, der die Befehle von Lochstreifen ablas. Zuse erfuhr erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch das Patentamt von den Arbeiten von Charles Babbage (1791-1871). Auch die Ideen von Alan Turing (1912-1954) oder Howard Aiken (1900-1973) waren ihm in der Zeit der Entwicklung völlig unbekannt. Während des Zweiten Weltkrieges konnte Zuse eine Einberufung verhindern und er arbeitete ab 1940 in der Aerodynamischen Versuchsanstalt.

Dort baute Zuse den Z2, eine verbesserte Version mit Telefonrelais. Im gleichen Jahr gründete er seine eigene Firma “Zuse Apparatebau”, um programmierbare Rechner herzustellen. Er arbeitete während des Kriegs auch an der weltweit ersten universellen Programmiersprache Plankalkül. Nach Kriegsende erfolgte 1949 die Neugründung seines Unternehmens, der Z4 wurde entwickelt und an der ETH Zürich installiert. Zu jener Zeit war das der einzige funktionierende Computer in Europa und der erste kommerzielle Computer weltweit. Zuse stieg 1964 aus dem Unternehmen aus und dieses wurde später von Siemens übernommen. Insgesamt hatte Zuse acht Ehrendoktortitel und zwei Ehrenprofessuren. Nach Konrad Zuse sind zwei Medaillen benannt, die zum einen von der Gesellschaft für Informatik und zum anderen vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Informatik vergeben werden.

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