1930

Johannes Ruths

Johannes Ruths erfand den nach ihm benannten Ruths- Speicher und war Gründer sowie Generaldirektor des internationalen schwedischen Ruths-Konzerns. Die Funktionsweise des von dem Wilhelm-Exner-Medaillenträger des Jahres 1930 erfundenen Speichers ist, dass der Abdampf aus Dampfkraftanlagen in einen zu 90 Prozent mit siedendem Wasser gefüllten Behälter geblasen wird. Das von Ruths erfundene Prinzip wird zum Ausgleich von Dampfverbrauchs- und Belastungsschwankungen in Industriebetrieben und Elektrizitätswerken genützt.

Ruths studierte an der Technischen Hochschule Hannover und bestand 1903 die Diplomprüfung mit Auszeichnung. In den folgenden Jahren war er als Konstrukteur in Österreich tätig. Im Jahre 1908 bestand er seine Doktorprüfung an der Technischen Hochschule Hannover mit Auszeichnung.

Danach war er in der schwedischen Industrie tätig und wurde 1913 stellvertretender Generaldirektor des größten fi nnischen Papierkonzerns, der Kymmene Bruk AG. Im gleichen Jahr reichte er die ersten Patente auf den Ruths-Speicher in Berlin ein und drei Jahre später erfolgte die Gründung der Aktie Bolaget Vapor-Accumulator, der späteren Ruths-Accumulator A.B. Aufgrund der von ihm erfundenen überlegenen Technologie, im Jahr 1930 waren allein in Österreich sieben große Anlagen in Betrieb, nahm das Unternehmen einen raschen Aufschwung. Zugleich war Ruths weiter bei Kymmene Bruk, in späteren Jahren auch als General direktor, tätig. Das Unternehmen hatte in Berlin, London und New York eigene Niederlassungen und ein weltweites Netz an Verkaufsvertragspartnern wie beispielsweise in Tschechien die Skoda-Werke oder in Deutschland die Siemens-Schuckert-Werke sowie die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (M. A. N.). Ruths war nicht nur Erfi nder und Wissenschafter, sondern auch ein Wirtschaftspraktiker und -theoretiker. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wies er während seiner Tätigkeit bei der Kymmene Bruk AG als einer der Ersten auf die von ihm gefundenen Gesetzmäßigkeiten zwischen Unkosten, Produktion und Gewinn hin.

Ruths wurde 1919 vom schwedischen König Gustav V. mit der Gründung der Königlichen Ingenieurs-Wissenschafts-Akademie beauftragt, von der er 1924 als erster Ingenieur mit der Goldenen Medaille der Akademie ausgezeichnet wurde. 1928 wurde er von der TH Charlottenburg zum Ehrendoktor ernannt, 1929 erhielt er die Wetherill-Medaille des Franklin-Instituts in Philadelphia.

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