1956

Johann Arvid Hedvall

Arvid Hedvall gilt als Begründer der Chemie fester Stoffe, er studierte an der Universität Chalmers. Das Initialerlebnis datiert aus dem Jahr 1915, als er seine Dissertation über den Farbstoff Rinmanns Grün schrieb. Die auch Kobaltgrün genannte Farbe entsteht durch Erhitzen von schwarzem Kobaltoxid- und weißem Zinkoxidpulver. Er legte das Experiment als eine Reaktion zwischen festen Phasen ohne Vermittlung von Gas oder Flüssigkeit aus und war von dieser Idee so begeistert, dass er sich Zeit seines Lebens mit der Chemie der festen Stoffe beschäftigte.

Auf ihn gehen unter anderem auch wichtige Erkenntnisse über Korrosion und Katalyse zurück. Seine Forschungen hatten darüber hinaus weit reichende Auswirkungen auf die glas-, zement-, tonerde- und keramikverarbeitenden Industrien. Nach Beendigung seines Studiums unterrichtete er kurze Zeit am Realgymnasium in Örebro und erhielt 1920 die Berufung an die Universität Chalmers, wo er bis zum Ende seines Lebens arbeitete. Zeitgenossen bemerkten an Hedvall eine außerordentliche Intuition, die ihn rasch Hypothesen skizzieren ließ, Aufgabe seiner Mitarbeiter war es dann, diese experimentell zu überprüfen.

Seine weitreichenden Interessen führten ihn auch zu Glasforschung, Bautechnik und Altertümern. So fand er beispielsweise auf Anregung des schwedischen Königs Gustav VI. Adolf, der auch Archäologe war, ein Verfahren, die so genannte Glaskrankheit zu “heilen”, die altes Glas aufgrund eines Kristallisationsvorgangs trübe, spröde und zerbrechlich macht. Er war auch ein Fachmann für die Restaurierung von Gebäuden und auf diesem Gebiet in den Jahren 1960 bis 1980 ein international gefragter Vortragender. Bereits in den 20er und 30er Jahren unterhielt er enge Kontakte zur schwedischen Industrie und betrat damit zu dieser Zeit in seiner Heimat Neuland. Neuland deswegen, da die damaligen Universitäten, die forschten, nahezu keine Industriekontakte pflegten, während die damaligen schwedischen Technischen Hochschulen zwar eng mit der Industrie verbunden waren, dafür aber nur in geringem Umfang Forschung betrieben.

Arvid Hedvall, der mehrere hundert Arbeiten publizierte und zahlreiche Bücher verfasste, war Mitglied der Schwedischen Akademie der Wissenschaften, erhielt zahlreiche Ehrungen und viele Ehrendoktorate, unter anderem auch jenes der Technischen Hochschule Graz (1948). Darüber hinaus verlieh ihm das österreichische Plansee-Kollegium im Jahr 1955 die Plansee-Plakette.

Zurück zur Übersicht