1988

Hubert Bildstein

In der Geschichte der Wilhelm-Exner-Medaille ragen das Paradeunternehmen Metallwerk Plansee, die heutige Plansee Holding AG, mit drei, die Familien Porsche und Piëch mit drei sowie die Familie List mit zwei Auszeichnungen hervor. So wurde der Unternehmensgründer der Plansee Gruppe, Paul Schwarzkopf, 1955, der ehemalige Entwicklungschef Richard Kieffer 1973 und als dritter Hubert Bildstein mit der Wilhelm-Exner-Medaille ausgezeichnet.

Das Unternehmen ist Technologieführer auf dem Gebiet der hochschmelzenden Metalle, die vor allem für die Werkzeugindustrie, aber auch in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommen. Bildstein, der zur Zeit der Auszeichnung in Reutte als Mitglied des Vorstandes für Produktion, zentrale Technik, Forschung und Entwicklung, Qualitätssicherung, Marktentwicklung und Vertrieb tätig war, studierte an der Technischen Hochschule Wien technische Chemie. Anschließend ging er zum Cours de Génie Atomique im Pariser Vorort Saclay, wo er selektive Dosimetrie betrieb und den Entwurf zu einem schwerwassermoderierten Natururanreaktor erstellte. Bevor er nach Österreich zurückkehrte, erwarb er in Paris den Grad eines Ingenieur en Genie Atomique, dann promovierte er in Wien zum Doktor der technischen Wissenschaften.

Danach war er in verschiedenen Forschungseinrichtungen tätig und arbeitete ab 1965 als Leiter des Instituts für Chemie in der Österreichischen Studiengesellschaft für Atomenergie, das von Michael Higatsberger, Wilhelm- Exner-Medaillenträger des Jahres 1991, gegründet wurde. Bildstein arbeitete in dem heute unter seibersdorf research firmierenden Institut bis zum Jahr 1976 und wechselte dann nach Reutte zu der damaligen Metallwerk Plansee GmbH. Die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Forschungen veröffentlichte er in Fachzeitschriften, es sind mehr als 72 Artikel. Darüber hinaus ist er Inhaber von 22 Patenten. Diese betreffen die Technologie und Analytik von Kernbrennstoffen, die Radiochemie und Strahlenchemie und Sondermetalle sowie deren Anwendungen.

Hubert Bildstein wurde vielfach ausgezeichnet, so erhielt er von der Gesellschaft Österreichischer Chemiker die Auer-von-Welsbach- Medaille und das Land Tirol ehrte ihn mit dem Landespreis für Wissenschaft. Hubert Bildstein ist darüber hinaus auch in der Förderung innovativer Unternehmen tätig, so übernahm er den Vorsitz der Fachjury für den von der Tiroler Wirtschaftskammer und dem Land Tirol vergebenen Tiroler Innovationspreis.

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