1930

Hermann Michel

Der Exner-Laureat und spätere Direktor des Wiener Naturhistorischen Museums interessierte sich schon in der Jungend für sein späteres wissenschaftliches Forschungsgebiet, die Mineralogie und Geologie. Ab dem Jahr 1909 studierte Michel an der Universität Wien und wurde im Jahr 1911 Demonstrator, 1912 promovierte Michel und wurde Assistent am Institut für Mineralogie und Petrographie.

Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs kehrte er wieder als Assistent an die Universität Wien zurück und wechselte ein Jahr später als Assistent an die Mineralogisch-Petrographische Abteilung des Naturhistorischen Museums. Bereits 1921 erfolgte die Ernennung zum Kustosadjunkt und weitere zwei Jahre später wurde ihm die Leitung der Abteilung übertragen. Ebenfalls im Jahr 1922 habilitierte er sich an der Universität Wien. Im Jahr 1928 erfolgte seine zweite Habilitierung, nämlich an der Technischen Hochschule Wien für die Fächer Mineralogie und Lagerstättenlehre.

Michel arbeitete auch in Folge in diesem Gebiet, beispielsweise engagierte er sich bei Normungsfragen Baumaterialien betreffend oder tätigte Untersuchungen über österreichische Erzlagerstätten. Michel, dessen Spezialgebiet die Edelsteinkunde betraf, gründete auch die staatlich autorisierte Technische Untersuchungsanstalt für Edelsteine und war gerichtlich beeideter Sachverständiger beim Handelsgericht Wien. Er war auch Verfasser der damaligen Standardwerke “Die künstlichen Edelsteine” und “Nachahmungen und Verfälschungen von Edelsteinen”. Darüber hinaus wurde sein Werk “Leitfaden der Untersuchungsmethoden für Edelsteine und Perlen” ins Englische übersetzt. 1933 folgte der nächste Karrieresprung, Hermann Michel wurde zum Direktor des Naturhistorischen Museums ernannt, von dem Amt 1938 wieder enthoben.

Ab dem Jahr 1947 wurde Hermann Michel neuerlich die Leitung des Wiener Naturhistorischen Museums anvertraut, die er bis zum Jahr 1951 ausübte. Ab dem Jahr 1951 bekleidete er auch das Amt eines Generaldirektors der Naturwissenschaftlichen Sammlungen in Wien. Er erwarb sich bei der Rückführung der ausgelagerten Bestände besondere Verdienste, denn seiner Umsicht ist es zu verdanken, dass große Schäden vermieden werden konnten. Hermann Michel vereinigte in sich unterschiedliche Eigenschaften, so war er nicht nur als Wissenschafter international erfolgreich, sondern auch ein Museumspraktiker, der die Bestände des Naturhistorischen Museums für Besucher ins rechte Licht zu rücken wusste.

Zurück zur Übersicht