1975

Herbert Döring

Der Exner-Laureat Herbert Döring verfügte über eine sowohl technische als auch musische Begabung, denn er studierte gleichzeitig an der Technischen Hochschule Nachrichtentechnik und an der Wiener Musikakademie. Im Anschluss an seine Promotion war er ab 1936 in der Industrie bei Siemens und Halske, AEG sowie der C. Lorenz AG tätig.

Dort arbeitete er im Bereich der drahtlosen Nachrichtentechnik, diese benutzt als Träger für die zu übertragenden Signale hochfrequente elektromagnetische Wellen, wobei die Wirksamkeit umso größer ist, je höher die Frequenz der Trägerwelle ist.

Um dies umzusetzen, mussten für Mikrowellen geeignete Generatoren geschaffen werden, da die klassische Elektronenröhre bei hohen Frequenzen schnell versagte. Über diese so genannten Laufzeiteffekte forschte Döring bereits 1938 bei der AEG, wo er 1940 auch einen Hochleistungsgenerator entwickelte. Später gelang ihm der Bau eines einsatzfähigen Mikrowellengenerators, der über einen großen Frequenzbereich genutzt werden konnte.

Gleichzeitig veröffentlichte Herbert Döring frühzeitig theoretische Untersuchungen über die Wirkungsweise von Laufzeitröhren. Es gelang ihm die Vielzahl der möglichen Ausführungsformen in ein System einzuordnen und eine geschlossene Theorie zu entwickeln. Dies führte dazu, dass Berechnung der Röhreneigenschaften und damit eine zielgerichtete Entwicklung möglich wurde. Später weitete er seine Forschungen in Hinblick auf Nachrichtenverbindungen auch auf die Mikrowellenmodulation von Laserstrahlen aus. Der Einsatzbereich von Mikrowellen erstreckt sich vom Weltraum bis zur Küche, wo sie zum Erhitzen, aber auch für Ortung und Navigation Verwendung fi nden. Weiters werden sie nach wie vor in der Nachrichtentechnik für die Übermittlung von Fernsehprogrammen und Richtfunkverbindungen eingesetzt.

Döring habilitierte sich 1949 an der Technischen Hochschule Stuttgart, bevor er 1952 einem Ruf als Ordentlicher Professor für Hochfrequenztechnik und Elektroröhren an die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen folgte. Als Direktor baute er dort das gleichnamige Institut auf. Er bildete bis zu seiner Emeritierung 1982 Generationen von Studenten aus. Von 1955 bis 1956 war er in Aachen Dekan der Fakultät für Maschinenwesen. Döring wurde 1972 der Ehrenring des Verbandes Deutscher Elektrotechniker verliehen, und 1974 wurde er zum Fellow des amerikanischen Institute of Electrical and Electronics Engineers gewählt.

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