1993

Hans Junek

Klimawandel und Treibhauseffekt ließen in den vergangenen Jahren Biodiesel fast zu einem Schlagwort werden. Der Erfinder des Biodiesels ist Hans Junek, der an der Technischen Universität Graz forschte und lehrte. Seine weiteren Forschungsschwerpunkte liegen in dem Bereich der Synthese von Heterocyclen in Hinblick auf pharmazeutische und agrochemische Wirkstoffe sowie der Entwicklung neuer Kunststoffe und Farbstoffe.

Der Entwicklung des Biodiesels widmete er sich bereits seit dem Jahr 1985. Die Umwandlung von Rapsöl in Treibstoff gelang durch eine neuartige Umesterungsreaktion, welche den Glycerinanteil im Rapsöl durch Methylalkohol ersetzt. Die Forschungen konnten damals rasch vorangetrieben werden, und binnen kurzer Zeit kam es zur Errichtung mehrerer Pilotanlagen in der Steiermark, denen bald weitere Großanlagen im Ausland folgten.

Junek publizierte mehr als 210 Arbeiten und ist Inhaber von 22 Patenten. Ein besonderes Anliegen war ihm immer auch, nationale und internationale Kooperationen zu initiieren. Daraus resultierten wissenschaftliche Partnerschaften mit österreichischen, Schweizer und schwedischen Forschungslaboratorien der Industrie. Hans Junek begann mit dem Studium der Pharmazie im Jahr 1948 an der Universität Graz, gleichzeitig absolvierte er eine Drogistenlehre. Im Jahr 1952 erfolgte die Sponsion zum Magister der Pharmazie und drei Jahre später die Promotion. Anschließend daran arbeitete Junek bis zum Jahr 1958 als Industriechemiker bei den Lannacher Heilmittelwerken. Er wechselte dann an die Universität Graz und war bis 1963 als Assistent am Institut für Medizinische Chemie tätig. Im nächsten Jahr erfolgte seine Habilitierung. Im Anschluss daran waren ein Auslandsaufenthalt in Großbritannien sowie eine Tätigkeit als Fellow am National Institute of Health in den USA. Die Ernennung zum Außerordentlichen Professor und Leiter der Abteilung für Angewandte Organische Synthese sowie die Wahl zum Institutsvorstand erfolgten im Jahr 1981. Zwei Jahre später wurde Hans Junek zum Ordentlichen Professor ernannt.

Im Lauf seiner universitären Karriere war er zwischen 1983 und 1985 als Dekan an der naturwissenschaftlichen Fakultät tätig. Er emeritierte im Jahr 1997. Hans Junek wurde mit dem nach dem Wilhelm-Exner-Medaillenträger des Jahres 1937 benannten Ernst Späth-Preis von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für seine wissenschaftlichen Verdienste ausgezeichnet.

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