1952

Gustav Adolf Schwaiger

Auf vielen Gebieten der Radio- und Filmtechnik war der Ausgezeichnete tätig. Seit dem Jahr 1919 lehrte er als Professor für Physik am Wiener Technologischen Gewerbemuseum (TGM) und engagierte sich auch in der radiotechnischen Versuchsanstalt des TGM, die er ab dem Jahr 1923 leitete. In dieser Funktion unternahm er 1923 gemeinsam mit Oskar Czeija (1852-1942), dem Miteigentümer von Czeija Nissl & Co, Sendeversuche. Das Unternehmen wurde von Franz Nissl (1852-1942) und dem Vater Oskar Czeijas, Karl August (1843-1909), im Jahr 1884 gegründet und hatte wesentlichen Anteil am Aufbau des Telefonnetzes der österreichisch- ungarischen Monarchie.

Im Jahr 1923 wurde auch mit der ersten Serienproduktion von Rundfunksendern und Empfangsgeräten in Österreich begonnen. Oskar Czeijas und Gustav Schwaigers Sendeversuche führten 1924 zu der Gründung der Radio-Verkehrs-AG (RAVAG), Oskar Czeija wurde deren Generaldirektor und zu deren erstem technischen Leiter wurde Gustav Schwaiger bestellt. Im Laboratorium der RAVAG wurden unter seiner Leitung angewandte Forschungsarbeiten betrieben, die beispielsweise dazu führten, dass Übertragungen auch über Telefonleitungen erfolgten. Diese Innovation wurde international binnen kurzer Zeit in der Radiotechnik vielfach verwendet. Im Jahr 1938 musste Schwaiger aus politischen Gründen als technischer Leiter der Rundfunkanstalt zurücktreten.

Schwaiger wechselte zu den Filmstudios am Rosenhügel und löste dort, wie in der Laudatio vermerkt wird, zum Erstaunen der Fachwelt bis dahin als unlösbar geltende Probleme bei der Synchronisierung. Dies führte dazu, dass er eine Anstellung in Berlin erhielt und dort bis Ende des Krieges im Berliner Funkhaus als Radiotechniker tätig war. Nach Kriegsende wurde Schwaiger, der bereits in den frühen 40er Jahren als Akustiker im Stift St. Florian gearbeitet hatte, von den amerikanischen Behörden wieder dorthin geholt.

Im Jahr 1947 kehrte er nach Wien zurück und gründete sein eigenes Unternehmen, welches sich binnen kurzer Zeit als der Fach betrieb für bauakustische Planungen und Ausführungen etab lieren konnte. Wobei Fragen der Akustik, wie Gustav Schwaiger in seinem an die Medaillenverleihung anschließenden Vortrag erwähnte, sich nicht nur auf Tonstudios und Konzert- und Theatersäle beschränken, sondern es gilt, generell Räume für akustische Ereignisse “hörsam” zu machen und unvermeidliche Geräusche auf den Raum zu beschränken, in dem sie entstehen.

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