2001

Georg Brasseur

Auf Georg Brasseur geht die Entwicklung des ersten vollelektronischen Reglers von Dieseleinspritzpumpen zurück, den er für das Halleiner mittelständische Unternehmen Friedmann & Maier entwickelte. Heute ist die von Brasseur geleistete Innovation mittlerweile Standard bei Diesel-PKW.

Für Volkswagen entwickelte Brasseur eine treibstoffsparende Servolenkung. Die an sich energieaufwändige Servoanlage schaltet sich erst dann ein, wenn sie aufgrund der Fahrsituation notwendig wird. Bisher war dieses Aggregat permanent und die meiste Zeit lediglich energieverbrauchend gleichzeitig mit dem Motor eingeschaltet.

Georg Brasseur studierte an der Technischen Hochschule Wien Industrielle Regelungs- und Steuerungstechnik, im Jahr 1979 erfolgte die Sponsion und sechs Jahre später die Promotion. Im Jahr 1986 habilitierte er sich und wurde im Jahr 1999 zum Ordinarius für Messtechnik an der TU Graz. Aufholbedarf österreichischer Unternehmen sieht Brasseur bei elektronischen Bauteilen für die Auto-Zulieferindustrie. Er sieht eine breite Palette an Anwendungsmöglichkeiten von Sensoren, die dem Fahrer auch ein haptisches Erlebnis bieten können. In diesem Zusammenhang verweist Brasseur auf das spürbare Arbeiten des ABS-Systems. Der Vorteil, Informationen auf der haptischen Ebene zu vermitteln, liegt darin, dass der Fahrer seine Aufmerksamkeit auf das Verkehrsgeschehen richten kann, ohne abgelenkt zu werden.

Die Forschungskapazität ist gegeben, was fehlt, sind Unternehmer, die sich in diesen Markt wagen. Seit Jahren weist er auf das große Potential in dem Bereich hin, doch ist anscheinend die Zeit dafür noch nicht reif. Seiner Erfahrung nach fehlen Forschern oft Kenntnisse darüber, welche Produkte markttauglich sind. Er ist, findet sich ein Auftraggeber, binnen kürzester Zeit in der Lage, Sensoren zu entwickeln, die solche neuen Aufgaben erfüllen können. Sache von Psychologen oder Marketingspezialisten wäre es hingegen, die speziellen haptischen Reize zu definieren und zu entwickeln, wie Fahrer auf Gefahren aufmerksam gemacht werden können.

Ein anderes von Brasseur favorisiertes Projekt betrifft die Ausstattung mit Joystick-Lenkungen, vergleichbar den Steuerungen in Flugzeugen. Diese sind im Fahrzeugbau aber noch nicht möglich, da vom Gesetzgeber eine starre mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern vorgeschrieben wird und Joystick-Lenkungen ohne eine solche Verbindung realisiert werden können.

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