1928

Friedrich Gebers

Friedrich Gebers, Leiter der Österreichischen Schiffbautechnischen Versuchsanstalt, wurde an den Technischen Hochschulen in Hannover und Berlin zum Ingenieur ausgebildet und erhielt das Ingenieurdiplom im Jahre 1906. Zwei Jahre später erwarb er den Titel eines Doktors der Technischen Wissenschaften an der Technischen Hochschule Dresden.

Gebers war nicht nur Theoretiker, sondern auch Praktiker. Seine praktische Arbeit begann er in den Werkstätten der Kaiserlichen Werft in Kiel. Darauf folgte ein Engagement als Oberingenieur auf der Werft in Übigau bei Dresden, wo er auch die dortige Schiffbautechnische Versuchsanstalt leitete. Danach wechselte er zum deutschen Reichsmarineamt und avancierte rasch zum Leiter der Berliner Schiffbau-Abteilung der Königlichen Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau.

Er kam in Dresden-Übigau in Kontakt mit Hubert Engels, dem Wilhelm-Exner-Medaillenträger des Jahres 1923 und Pionier der Wissenschaft des Wasserbaus, der in der von Gebers geleiteten Schiffbautechnischen Versuchsanstalt bereits im Jahr 1897 erste wasserbauliche Modellversuche durchführte. Engels arbeitete seit dem Jahr 1911 auch als Berater für die Schiffahrtstechnische Versuchsanstalt Wien und es ist anzunehmen, dass Gebers für die Position des Direktors der Versuchsanstalt von Engels empfohlen wurde. Die Ernennung erfolgte im Jahr 1912. In dieser Position brachte er seine langjährigen Erfahrungen ein, was zu einer Modernisierung des österreichischen Schiffbauwesens führte. Neben seiner praktischen Tätigkeit arbeitete Gebers auch als Forscher. Er galt als Experte für die Optimierung von auf Kanälen eingesetzten Schiffen.

Als die wichtigsten Werke unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen gelten die Abhandlungen über Schleppversuche mit Kanal kahnmodellen unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Kanalprofi len und diejenige über zweckmäßige Schiffsgrößen für den bis heute nicht gebauten Donau-Oder-Elbe-Kanal. Weiters publizierte er über die experimentelle Ermittlung des Wasserwiderstandes gegen bewegte Körper sowie über Propellerversuche.

Gebers wurde mit der Verleihung der Wilhelm-Exner-Medaille insbesondere auch für seine Verdienste um die Schiffahrtstechnische Versuchsanstalt Wien, die er trotz außerordentlich schwieriger Rahmenbedingungen – die auf den Zusammenbruch der österreichischen Monarchie und den Verlust der Flotte zurückzuführen waren – als Dienstleister für die Industrie erhalten konnte.

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