1962

Franz Patat

Der Exner-Laureat des Jahres 1962 studierte an der Universität Wien Chemie. Nach seiner Promotion ging er an die Universität Göttingen , wo er sich im Jahr 1936 in Physikalischer Chemie auch habilitierte. Im gleichen Jahr begann er seine Tätigkeit in Höchst bei der I.G. Farben in der Verfahrenstechnik, dort leistete er zur Entwicklung der damals noch jungen Kunststoffproduktion wichtige Beiträge.

Nach Kriegsende folgte er dem Ruf an die Universität Innsbruck, wo er bis zum Jahr 1947 tätig war. Danach wechselte er als Leiter der Forschung zu Hoffmann-La Roche nach Basel. Im Jahr 1952 wurde er an die Technische Hochschule München berufen, die bis zu der Emeritierung im Jahr 1970 zu seiner wichtigsten Wirkungsstätte wurde. Das vielseitige Lebenswerk von Franz Patat umfasst drei Wirkungskreise. Zentrales Thema seiner Arbeit als Wissenschafter war die Polymerforschung. Von den Prinzipien der physikalischen, der technischen und der biologischen Chemie geprägt, verdankt ihm dieses Fachgebiet viele Impulse und Beiträge zum grundlegenden Verständnis der Aufbaureaktion hochmolekularer Substanzen.

Sein Name steht dabei für eine Wissenschaft, die gerade aus der breiten Interdisziplinarität und der Fähigkeit zum “Denken ohne Grenzen” ihre besondere Kraft bezog und bezieht. Zweiter Schwerpunkt war sein Bestreben, unter Wahrung wissenschaftlicher Kriterien dafür gesorgt zu haben, dass wissenschaftliche Erkenntnisse über polymere Kunststoffe in der Industrie ihre praktische Umsetzung erfahren konnten, Hochschule und Industrie waren für ihn nämlich nur zwei unterschiedliche Aktionsräume zur Verwirklichung der gleichen Ziele.

Zusätzlich zu dem ausgeprägten Praxisbezug zur Industrie war Patats dritter Schwerpunkt seine wahrgenommene Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, welche sich in einem starken Engagement für die Selbstverwaltung der Universität und einer vielfältigen sowie umfangreichen Arbeit in wissenschaftlichen Gesellschaften ausdrückte. So war Patat Rektor designatus in Hannover, Rektor in München und als Gründungsrektor in Regensburg gab er wesentliche Impulse für den Aufbau der Universität. Als Ratgeber war Patat in der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Bunsengesellschaft, der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie Dechema tätig, wo er durch die von ihm hergestellte Verbindung zwischen der Chemie und der Verfahrenstechnik als einer der Ersten zu einer engeren Zusammenarbeit beitrug.

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