1956

Franz Holzinger

Franz Holzingers Wurzeln reichen in die Obersteiermark zurück, wo seine Vorfahren Sensenmacher waren. Er selbst entstammte einer Apothekerfamilie, wurde im südlichen Niederösterreich geboren, wuchs aber in Salzburg auf. Er studierte an der Technischen Hochschule Wien, war Pionieroffi zier im Ersten Weltkrieg und erlitt 1917 eine schwere Verwundung. Bereits ein Jahr später war er soweit wieder hergestellt, dass er bei der Stern und Hafferl AG, aus der nach 1945 die OKA, eines der zwei Vorgängerunternehmen der Energie AG Oberösterreich hervorgehen sollte, eintreten konnte.

Aufgrund seiner Erfolge bei der Betriebsführung der Lokalbahnen und der Schifffahrt wurde Holzinger im Jahr 1923 zum stellvertretenden Direktor der fi rmeneigenen Elektrizitätswerke berufen. Er entwickelte in der Elektrizitätsbranche mehrere Verbesserungen, so beispielsweise die Konstruktion eines Rostes zur Verfeuerung von Abfallkohlenstaub, eine Holzzerkleinerungsanlage, die Errichtung einer schwimmenden Absenkpumpenanlage und einer Speicherpumpe in den Gosauwerken.

Im Jahr 1929 fusionierte die Stern und Hafferl AG mit der Oberösterreichischen Wasserkraft GmbH. In dem neu geschaffenen Unternehmen Oberösterreichische Kraftwerke AG wurde Holzinger Vertriebsdirektor und später leitender Direktor in Gmunden. 1938 erfolgte die Bestellung zum stellvertretenden Generaldirektor. Nach der Übernahme des Elektrizitätsversorgers durch die National sozialisten wurde Holzinger seines Postens enthoben. 1940 übernahm er die Betriebsleitung eines Dampfkraftwerks der Oberschlesischen Stickstoffwerke in Chorzów (Königshütte), wo er binnen kurzem zum Prokuristen aufrückte.

Nach 1945 wurde er als Generaldirektor an die Spitze der neu entstandenen Oberösterreichischen Kraftwerke AG berufen. Holzinger war Gründer und Präsident des Verbandes der Elektrizitätswerke Österreichs und vielfacher Aufsichtsrat sowie Delegierter in verschiedenen Organisationen, wie der International Union of Producers and Distributors of Electrical Energy, des International Council on Large Electric Systems, der Ennskraftwerke und der Salzburger AG für Energiewirtschaft (SAFE) sowie der ehemaligen ESG und jetzigen Linz AG. An Auszeichnungen erhielt er unter anderem das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, die Stefan-Ehrenmedaille des österreichischen Verbandes für Elektrotechnik, und die University of Melbourne verlieh ihm ein Ehrendoktorat.

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