1976

Ferdinand Beran

Ansatzpunkt von Ferdinand Berans Forschungen war die Vermeidung von Ernteausfällen durch Entwicklung verbesserter chemischer Pflanzenschutzmittel. Schon früh war es Ziel, Mittel zu finden, die den zu seiner Zeit herrschenden Standards der Umweltverträglichkeit jeweils ein Stück voraus waren. Gleichzeitig arbeitete er auch über Fragen der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Nahrungs- und Futtermitteln. Beran trat nach Beendigung seines Studiums an der Technischen Hochschule Wien im Jahr 1928 in die Bundesanstalt für Pflanzenschutz ein, deren langjähriger Leiter er nach dem Zweiten Weltkrieg war.

In der ersten Hälfte der 40er Jahre forschte er erfolgreich über die Grundlagen, ein wirksames Verfahren für den Schutz von Obstbäumen vor der San-Jose-Schildlaus zu finden. Diese entzieht den Bäumen Saft und gibt dabei giftige Stoffe ab, was binnen kurzer Zeit dazu führt, dass Obstplantagen großfl ächig zerstört werden. Nach dem Kriege baute er die Bundesanstalt für Pflanzenschutz in Wien wieder auf und gestaltete sie völlig neu. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit wirkte er richtungweisend bei der Einführung eines modernen Pflanzenschutzgesetzes mit. Erfolgreich setzte Beran klare Richtlinien um, wodurch die Industrie Standards für den Einsatz der von ihr hergestellten Erzeugnisse erhielt. Weiters war er an der Technischen Hochschule Wien sowie der Hochschule für Bodenkultur als Professor tätig.

Ferdinand Beran veröffentlichte 23 Bücher, zahlreiche Broschüren und 119 wissenschaftliche Arbeiten. Sein Augenmerk galt auch der Wichtigkeit einer Information der Öffentlichkeit über die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel. Auf diesem Gebiet seiner Tätigkeit gab er 380 populärwissenschaftliche Schriften heraus. Auch nach seiner Pensionierung widmete er sich Fragen der populärwissenschaftlichen Aufklärung und veröffentlichte 1975 ein keine Frage offen lassendes Standardwerk über die sichere Verwendung von Pflanzenschutzmitteln.

Unter den zahlreichen Auszeichnungen, die Ferdinand Beran erhielt, sind das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Silberne Ehrenpreis des deutschen Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forste, die Silberne Medaille der Stadt Paris sowie die durch den französischen Landwirtschaftsminister verliehene Würde eines Offiziers des Ordens für Verdienste um die Landwirtschaft zu erwähnen.

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