1980

Ernst Fehrer

Vergleichbar Bruno Kralowetz, dem ebenfalls aus Ober österreich stammenden Wilhelm-Exner-Medaillenträger des Jahres 1973, war Ernst Fehrer wie Kralowetz ein Pionier des Maschinenbaus. Ursprüng lich beabsichtigte Fehrer, der an der Technischen Hochschule Graz theoretische Physik studiert hatte, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.

Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage im Jahr 1947 trat er in das väterliche Unternehmen ein. Er entstammte einer Industriellenfamilie, die in Linz und Deutschland Rosshaarspinnereien und Gummihaarfabriken betrieb. Fehrer stellte zu dieser Zeit die Produktion am Linzer Standort von manueller auf mechanische Produktion um. Bereits damals beschäftigte er sich mit der Konstruktion von Spinnmaschinen. Zu Beginn der 50er Jahre schied Fehrer aus dem elterlichen Unternehmen aus und gründete 1953 in Linz seinen eigenen Betrieb. Schon damals erkannte er die Wichtigkeit des US-amerikanischen Marktes, den er ebenfalls in den 50er Jahren zu bearbeiten begann.

Zusätzlich zu seinen überragenden Qualifi kationen als Konstrukteur verfügte Fehrer auch über einen ausgesprochenen Instinkt neue Märkte frühzeitig erkennen zu können. So produzierten die von ihm erfundenen Maschinen Produkte, die vielfältig eingesetzt werden konnten. Die Palette reichte von Automobil, Flugzeug, Raumfahrt bis zur Polstermöbelindustrie. Wiewohl Ernst Fehrer als Manager außerordentlich erfolgreich war, blieb er auch immer forschender Konstrukteur.

Seine ersten Patente wurden ihm bereits vor dem Zweiten Weltkrieg erteilt, insgesamt brachte er mehr als 500 Patente zur Anmeldung. Noch in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts optimierte er das Ringspinnverfahren, was zur Folge hatte, dass völlig neue Garnqualitäten erzeugt werden konnten. Die von ihm entwickelten und in Linz produzierten Textilmaschinen wurden in mehr als 80 Länder exportiert, der Exportanteil lag bei 98 Prozent.

Ernst Fehrer erhielt eine Vielzahl an Auszeichnungen, so unter anderem den Österreichischen Staatspreis für Innovation und das Ehrendoktorat der Technischen Universität Wien. Die TU Wien vergibt auch jährlich den von der Familie gespendeten Dr. Ernst Fehrer-Preis zur Förderung der technischen Wissenschaften. Das Unternehmen wurde nach seinem Tod bis 2005 von der Familie geführt und dann an den Schweizer Textilmaschinen- und Antriebshersteller Saurer verkauft.

Zurück zur Übersicht