1984

Egon Schubert

Egon Schubert wurde mit der Wilhelm-Exner- Medaille für bedeutende Erfi ndungen auf den Gebieten des Gleisbaues und der Gleisbaumaschinen ausgezeichnet. Seine Ausbildung im Bauingenieurwesen absolvierte er in den Jahren 1928 bis 1933 an der Technischen Hochschule Wien, er machte seine ersten beruflichen Erfahrungen in der Industrie bei Elin, wo er als Baustatiker und Bauleiter tätig war.

Im Jahr 1936 erhielt er von der ÖBB eine Praktikantenstelle bei der steiermärkischen Erzbergbahn, die mit Steigungen von 7,15 Prozent die steilste Normalspurbahn Österreichs war. Schubert benutzte seine Tätigkeit in der Steiermark als Sprungbrett, denn schon 1938 avancierte er zum ÖBB Beamten und arbeitete bereits lange Jahre vor seiner Pensionierung, die im Jahr 1971 erfolgte, als Abteilungsleiter bei Oberbau und Bahnaufsicht in der ÖBB Direktion Villach. Dort entwickelte er in Kooperation mit dem österreichischen Unternehmen Plasser & Theurer die erste automatische Gleisrichtmaschine und erarbeitete ein Schnellumbau-Verfahren zur Erneuerung des Eisenbahnoberbaus.

Im Zuge dieser Entwicklungsarbeit kam es auch zur Sicherung von zahlreichen österreichischen wie auch internationalen Patenten. Notwendig wurde die Mechanisierung der Gleisanlage-Vermessung deshalb, wie Schubert in seiner Dissertation schreibt, da Züge immer höhere Reisegeschwindigkeiten erzielen und dadurch in steigendem Ausmaß die Gleisanlage häufi ger gewartet werden muss. Um das Jahr 1975 war die Optimierung der dazu benötigten Schwellenstopfmaschinen abgeschlossen, mehr als 1 000 Meter mittlerer Stundenleistung waren damals nicht mehr zu überbieten. Aus diesem Grund entwickelte er gemeinsam mit Plasser & Theurer eine neue, kontinuierlich arbeitende Maschine, die die doppelte Stundenleistung erbringen konnte. Schwachpunkt waren aber die manuell ausgeführten Vermessungsarbeiten, die mit der Geschwindigkeit der Maschine nicht mithalten konnten. Schubert gelang durch Integration der Messgeräte, den Messvorgang zu automatisieren, was wiederum dazu führte, dass die volle Maschinenleistung ausgenutzt werden konnte.

Schubert publizierte während seiner aktiven Zeit bei den ÖBB 25 Arbeiten über Gleisbau und Gleisrichtmaschinen. Nach seiner Pensionierung fasste er seine Erfahrungen in einer 1979 erschienenen Dissertation, die er an der TU Graz ablegte, unter dem Titel “Die Mechanisierung der Gleisanlage-Vermessung” zusammen.

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