2017

Chad A. Mirkin

 

gilt als Entdecker der kugelförmigen Nukleinsäuren (SNAs).

Zwei Jahrzehnte lang hat er die architektonischen Besonderheiten dieser Materialien entworfen und konstruiert, um ihre neuartigen Struktur und Funktions-Beziehungen im Rahmen der Materialtechnik, der extrazellulären und intrazellulären Molekulardiagnostik, der Genregulation und der Immunmodulation zu definieren. SNAs haben zahlreiche kommerzielle Produkte in den Biowissenschaften, Biomedizin, Biotechnologie und Pharmakologie hervor gebracht. Darunter findet sich eines der ersten FDA-gereinigten, menügesteuerten, Point-of-Care medizinischen Diagnosesysteme oder Plattformen, die in der Lage sind, den genetischen Inhalt zu analysieren. So können einzelne lebende Zellen und Strukturen, die für die Behandlung von Hauterkrankungen und Krebserkrankungen über die Genregulation und die immunomodulatorischen Wege außerordentlich nützlich sind detailliert aufgeschlüsselt werden.

Chad A. Mirkin erwarb 1986 am Dickinson College in Carlisle, Pennsylvania, einen Bachelor in Chemie und 1989 einen Ph.D. in anorganischer und organischer Chemie an der Pennsylvania State University in State College, Pennsylvania. Als Postdoktorand arbeitete er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts.

Seit 1991 ist Mirkin Professor für Chemie an der Northwestern University, zunächst als Assistant Professor, seit 1995 als Associate Professor. 1997 erhielt er dort seine erste ordentliche Professur (Charles E. and Emma H. Morrison Professor of Chemistry), im Jahr 2000 wurde er George B. Rathmann Professor of Chemistry. Von 2000 bis 2004 war er Direktor des Center for Nanofabrication and Molecular Self-Assembly, seit 2004 ist er Direktor des International Institute for Nanotechnology und hat zusätzliche Professuren für Medizin und Materialwissenschaften inne, seit 2008 auch für chemisches und biologisches Ingenieurwesen.

Mirkin ist ein Pionier der Entwicklung von Nanopartikel-basierten Biosensoren und der Dip-Pen-Nanolithographie (Dip-pen=Federhalter, Nanolithographie) und hat wichtige Beiträge zur supramolekularen Chemie, zur Nanoelektronik und zur Nanooptik geleistet. Er gründete mehrere Biotechnologie-Unternehmen: Nanosphere, NanoInk, Aurasense und AuraSense Therapeutics.

Mirkin hat über 500 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, elf davon wurden (Stand Oktober 2013) mehr als 1000-mal zitiert, eine Arbeit[1] fast 3000-mal. Seit 2013 zählt ihn Thomson Reuters aufgrund der Zahl seiner Zitationen zu den Favoriten auf einen Nobelpreis (Thomson Reuters Citation Laureates).

2017 wurde Mirkin mit der Wilhelm Exner Medaille ausgezeichnet.

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