1922

Carl Paul Gottfried von Linde

linde

Carl von Linde

Wilhelm Exner Medaille 1922

Linde gilt als Begründer der industriellen Kältetechnik. Er studierte ab 1861 am Polytechnikum Zürich. Der Abschluss erfolgte 1864, danach war er in der Berliner Baumwollfabrik Kottern und bei der Lokomotivfabrik Krauss in München tätig. Im Jahr 1868 wurde er Außerordentlicher Professor für Maschinenbau an der Polytechnischen Schule München, ab 1872 Ordentlicher Professor. Linde errichtete in München das erste Maschinenlaboratorium, das auch zum Ausgangspunkt seiner bahnbrechenden Entwicklungen in der Kältetechnik wurde und in dem neben anderen Rudolf Diesel seine Ausbildung erhielt.

Bereits 1871 legte Linde mit einer Publikation über optimierte Kältetechnikverfahren den Grundstein seiner späteren Karriere. Linde schuf wesentliche Grundlagen der modernen Kältetechnik. 1871 konzipierte er eine mit Methylether arbeitende Kältemaschine, die er in der Maschinenfabrik Augsburg (heute MAN AG) herstellen ließ. Die zweite, 1876 folgende Generation von Kühlmaschinen arbeitete mit Ammoniak. Das Prinzip der Abkühlung von Gas, das vorher mechanische Arbeit geleistet hat, war beiden gemeinsam.

Insbesonders europäische Brauereien interessierten sich für Lindes Erfindung, da sie seit 1840 in der Produktion auf die untergärige Lagerbier-Herstellung umgestellt hatten, die wiederum ein genaues Temperaturmanagement erforderlich machte. Linde kooperierte in der Startphase seines Unternehmens bevorzugt mit der Münchner Spaten-Brauerei und einigen rheinischen Brauereien. Gustav Jung, Direktor einer dieser Brauereien, und Gabriel Sedlmayr von der Spaten Brauerei waren auch als Aktionäre und als Aufsichtsräte in der von Linde im Jahr 1879 gegründeten Gesellschaft vertreten.

Bereits nach kurzer Zeit war das Unternehmen in Europa führend auf kältetechnischem Gebiet, was auch durch den milden Winter 1883/1884 und die Verknappung des Natureis-Angebots begünstigt wurde. 1890 zog sich Linde aus dem operativen Geschäft in den Aufsichtsrat seiner Aktiengesellschaft zurück, aus dem er 1910 ausschied. Carl von Linde nahm nach seiner unternehmerischen Laufbahn in den Jahren zwischen 1892 und 1910 die Tätigkeit als Professor an der Polytechnischen Schule München wieder auf. Linde gehörte auch neben dem Wilhelm-Exner-Medaillenträger Oskar von Miller und Walter von Dyck, dem Rektor der Technischen Hochschule München, zu den Gründern und Förderern des Deutschen Museums in München.


Wilhelm Exner Medal 1922

Linde is regarded as the founder of industrial refrigeration technology. From 1861 he studied at the Polytechnic Zurich. He graduated in 1864, after which he worked in the Berlin cotton factory Kottern and at the locomotive factory Krauss in Munich. In 1868 he became an extraordinary professor for mechanical engineering at the Polytechnic School of Munich, from 1872 he became full professor. Linde set up the first machine laboratory in Munich, which also became the starting point of his breakthroughs in refrigeration technology and in which Rudolf Diesel received his training.

As early as 1871, Linde laid the foundations for his later career with a publication on optimized cooling techniques. Linde laid the foundations for modern refrigeration technology. In 1871 he designed a refrigeration machine working with methyl ether, which he had produced in the Maschinenfabrik Augsburg (now MAN AG). The second generation of refrigerators, the next generation, worked with ammonia. The principle of the cooling of gas, which had previously done mechanical work, was common to both.

European breweries in particular were interested in Lindes invention, since they had switched to the production of low-rack storage beer since 1840, which in turn required accurate temperature management. Linde cooperated with the Munich-based Spaten-Brewery and several Rhenish breweries in the start-up phase of his company. Gustav Jung, director of one of these breweries, and Gabriel Sedlmayr from the Spaten Brewery were also represented as shareholders and supervisory boards in the company founded by Linde in 1879.

After only a short time, the company in Europe was the leader in the refrigeration sector, which was also fueled by the mild winter of 1883/1884 and the scarcity of the natural ice supply. In 1890, Linde retired from the operating business into the supervisory board of his company, from which he left the company in 1910. After his entrepreneurial career, Carl von Linde resumed his professorship at the Polytechnic School Munich in the years between 1892 and 1910. Linde was also one of the founders and sponsors of the German Museum in Munich, alongside the Wilhelm-Exner medalist Oskar von Miller and Walter von Dyck, the rector of the Technical University of Munich.

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