1996

Bengt Gustaf Rånby

Kennzeichen von Bengt Rånby war, dass er unterschiedliche Forschungsinteressen verfolgte und viele davon mit großem Erfolg in die Praxis umgesetzt wurden. Seine Forschungen über Zellulose, Stärke und synthetische Polymere, Untersuchungen mittels fotochemischer und physikalischer Methoden, Elektronenmikroskopie, Röntgenbeugung, Elektronen-Spinresonanz gelten als klassische Beiträge zur Polymerchemie. Industrielle Verwertung fanden vor allem Rånbys Arbeiten über die lichtinduzierten Abbau- und Stabilisierungsreaktionen von Polymeren und Oberflächenmodifikationen von Fasern und Anstrichen. Er veröffentlichte mehr als 400 Artikel und mehrere Bücher.

Bengt Rånby studierte an der Universität Lund, wo er das Bakkalaureat erwarb. Er setzte seine Studien an der Universität Uppsala fort, wo er den Master of Science verliehen bekam. Dort wurde er 1952 promoviert; sein Doktorvater war der berühmte Biochemiker und Pionier der Makromolekularchemie, Erfinder der Ultrazentrifuge, Nobelpreisträger des Jahres 1926, Theodor Svedberg (1884-1971). In seiner Dissertation beschäftigte sich Rånby mit der Feinstruktur und den Reaktionen der nativen Cellulose. Nach seiner Habilitation wirkte er an der Universität Uppsala als Dozent für physikalische Chemie und ging als DuPont Research Fellow an das Polytechnic Institute of Brooklyn, wo er mit dem damals schon sehr berühmten und legendären Hermann F. Mark (Wilhelm-Exner-Medaille 1934) arbeitete.

Danach folgten Tätigkeiten als wissenschaftlicher Konsulent am Schwedischen Forstprodukte-Institut in Stockholm und in den USA bei der American Viscose Corporation. Im Jahr 1958 erhielt er die Berufung als Professor an die State University of New York und kurz danach wurde er zum Direktor des Empire State Papierforschungsinstituts in Syracuse ernannt. 1961 kehrte er nach Schweden zurück, er forschte und lehrte als Professor für Polymertechnologie am Königlichen Institut für Technologie in Stockholm, wo er die weiteren 25 Jahre bis zu seiner Pensionierung tätig war. Dort gründete er ein eigenständiges Polymer-Institut und schuf ein interdisziplinäres internationales Netzwerk, bestehend aus Holz- und Zellulose-Experten. Er war international als Vortragender und Gastprofessor tätig, nicht nur in den USA, sondern in Japan, China und auch in Österreich an der Universität Wien. Rånby wurde vielfach geehrt, er erhielt unter anderem die Hermann Mark-Medaille und war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereinigungen.

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