1935

Arne Frederic Westgren

Der Schwede Arne Westgren gilt in der Metallographie als einer der Pioniere bei der Verwendung von Röntgenstrahlen und röntgenkristallographischen Methoden. Die mit Röntgen durchgeführte Kristallstrukturanalyse dient der Bestimmung der Struktur eines Kristalls im atomaren Bereich mittels Beugung geeigneter Strahlung am Kristallgitter.

Westgren startete seinen Ausbildungsweg am staatlichen Gymnasium in Uppsala. In der gleichen Stadt studierte er und widmete sich vor allem der Chemie und Physik der Kolloide. Im Jahr 1915 erwarb er den Doktorgrad mit der Dissertation “Untersuchungen über die Brownsche Bewegung, besonders als Mittel zur Bestimmung der Avogadroschen Konstante”. Danach wechselte er nach Göttingen, setzte seine Untersuchungen fort und wurde im Jahr 1917 als Privatdozent für physikalische Chemie an die Universität Uppsala berufen. Ein Jahr später wechselte er nach Göteborg, wo er als Laboratoriumsvorstand der deutschen Kugellagerfi rma S. K. F. tätig war. In Göteborg widmete er sich weiter der Metallographie und durch die Lektüre des damals neu erschienenen Buches “X-Rays and Crystal Structure” von dem Nobelpreisträger Henry Bragg (1862-1942) und dessen Sohn William Lawrence (1890-1971) wurde ihm der Nutzen röntgenkristallographischer Methoden in der Metallographie klar. Aus diesem Grund verbrachte er im Jahr 1919 längere Zeit am Institut von Karl Manne Siegbahn (1886-1978) in Lund, der 1924 den Physik-Nobelpreis erhielt. Bei seinen Forschungen in Lund untersuchte Westgren Eisen und Stahl und stellte dabei den Kristallbau der Eisenmodifi kationen fest.

Er arbeitete ab 1920 als Privatdozent für Metallographie an der Universität Stockholm und in dem damals von der schwedischen Eisen- und Metallindustrie gegründeten metallographischen Institut. Dort entdeckte er gemeinsam mit Gosta Phragmen (1898-1944), dass gewisse Strukturtypen in den Legierungen von Kupfer, Silber und Gold mit anderen Metallen wiederkehren und ihre Stabilität von gewissen Konzentrationen der Valenzelektronen im Kristallgitter bedingt ist.

Im Jahr 1927 erfolgte seine Berufung zum Ordentlichen Professor an der Universität Stockholm, der er bis zum Jahr 1943 war. Darüber hinaus war Westgren während der Jahre 1926 bis 1943 Sekretär des Nobel-Komitees für Physik und Chemie. Ab seiner Emeritierung im Jahr 1944 war er bis zum Jahr 1965 auch als Vorsitzender dieses Komitees tätig.

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