1993

Aladar Szalay

Aladar Szalay studierte an der Universität Halle Biochemie. Nach Absolvierung seines Studiums im Jahr 1971 arbeitete er zwei Jahre lang am biologischen Forschungszentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, danach wechselte er als Forschungsassistent an das California Institute of Technology in Pasadena und wurde 1977 als Professor an die Cornell University berufen, wo er das Boyce Thompson Institute for Plant Research leitete.

1987 erfolgte eine Berufung an die University of Alberta im kanadischen Edmonton. Diese Professur hatte er bis 1995 inne. Zwischen 1993 und 1996 war er Gründungsdirektor des Center for Molecular Biology & Gene Therapy an der kalifonischen Loma Linda University und lehrte und forschte als Professor. Derzeit ist er Inhaber einer Forschungsprofessur am Rudolf-Virchow-Zentrum, einem Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg. Beschäftigte sich Szalay vorerst mit dem Studium der Wechselbeziehungen zwischen Mikroorganismen und Pflanzen, konzentriert er sich zur Zeit auf die Erforschung von Tumorerkrankungen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Medical School der Linda Loma University, Forschern der biomedizinischen Firma Genelux in San Diego und dem Würzburger Mikrobiologen Werner Göbel gelang es Szalay, Tumore im Mausmodell zu finden und sie aufleuchten zu lassen.

Sollte sich sein Verfahren bewähren, könnte Verdacht auf Krebs in Zukunft einfacher als bisher überprüft werden. Der Patient bekommt eine Spritze, die genetisch veränderte Bakterien enthält, deren spezielle Fähigkeit ist, leuchten zu können. Binnen einiger Tage breiten sie sich im Körper aus und werden vom Immunsystem vernichtet. Nur dort, wo sich Krebszellen befinden, überleben sie und beginnen sich zu vermehren. Mit Hilfe einer speziellen Kamera macht man dann eine Ganzkörperaufnahme, die den Primärtumor und eventuelle Metastasen als blaugrüne Flächen sichtbar werden lässt. Zur Zeit werden erste klinische Tests in den USA und Europa für den therapeutischen Einsatz durchgeführt.

Genetisch veränderte Bakterien und Viren sollen im Tumor Wirkstoffe freisetzen und ihn zerstören. Während sich Medikamente, verabreicht über das Blutsystem, immer weiter verdünnen, wäre bei dieser Methode eine Vervielfachung der Wirkstoffwirkung möglich. Prinzip ist, dass sich die leuchtenden Detektoren im Tumor vermehren, was wiederum ein weiteres Ansteigen des Antikrebs-Wirkstoffes zur Folge hätte.

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