Andreas Plückthun

Andreas Plückthun lehrt als Professor seit 1993 an der Universität Zürich Biochemie. Forschungsschwerpunkt des Biochemischen Instituts ist die Untersuchung zellulärer Proteine unter besonderer Be rücksichtigung der strukturellen Aspekte wie beispielsweise Proteininteraktionen, Proteinfaltung, Protein Engineering, Strukturbestimmung und -vorhersage.

Plückthun ist Leiter einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Herstellung von Antikörpern und der gerichteten Evolution von Proteinen beschäftigt. Er arbeitet dort am Protein Engineering, der Herstellung synthetischer Antikörper und spezifi scher Proteine, mit deren Hilfe die Entwicklung von Selektions- und Evolutionstechnologien ermöglicht wird.

Einer der wesentlichen Beiträge auf diesem Gebiet ist die technologische Umsetzung von Methoden zur in-vitro-Evolution von Proteinen auf Basis des "Ribosome Display"-Verfahrens. Diese Methode wird dazu eingesetzt, Antikörper mit vereinfachter Struktur und mit Affi nitäten im picomolaren Bereich gegen unterschiedlichste Zielmoleküle zu erzeugen. Nach dem Evolutionsprinzip entwickelte Andreas Plückthun auch andere intrazelluläre Inhibitoren, dabei handelt es sich um Zusatzstoffe, die wünschenswerte Reaktionen verschiedenster Art zu verlangsamen oder zu verhindern suchen. Vorteil dieser neuen Werkzeuge ist, dass sie es erlauben, den Evolutionsprozess kontrolliert auf Zielstrukturen auszurichten. Dieses Prinzip kann auch zur Verbesserung der Kristallisierbarkeit und Faltung von Proteinen verwendet werden.

Er publizierte weit mehr als 200 Arbeiten und wie erfolgreich Plückthuns wissenschaftliche Arbeiten sind, geht aus der Citation- Quote hervor. Diese zeigt die belegte Anzahl der schriftlichen Bezugnahmen anderer Wissenschaftler auf Plückthuns Publikationen. Seine Forschungsergebnisse sind so gemessen in der internationalen Scientifi c Comunity außerordentlich gefragt, da bisher die Themen seiner Arbeiten in weit mehr als 4 000 anderen wissenschaftlichen Arbeiten zitiert wurden. Andreas Plückthun studierte Chemie an der Universität Heidelberg.

Im Jahr 1982 folgte die Promotion an der Universität Kalifornien in San Diego. Sein Postdoktorat absolvierte er am Institut für Chemie und Chemische Biologie der Harvard Universität. Anschließend leitete Andreas Plückthun eine Arbeitsgruppe am Genzentrum der Universität München, danach eine am Max-Planck- Institut für Biochemie in Martinsried, Deutschland.