Heinz Saedler

Heinz Saedler leitet als Forscher und Manager am Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung die Abteilung für Molekulare Pfl anzengenetik. Das Institut zählt zu den weltweit führenden Forschungsinstituten auf dem Gebiet der molekularen Pflanzenbiologie. Als Exner-Laureat führt er eine Tradition weiter, die im Jahr 1995 mit der Verleihung der Wilhelm-Exner-Medaille an den ebenfalls beim Max-Planck- Institut für Züchtungsforschung tätigen Pfl anzengenetiker Jozef Stefaan Schell begann.

Saedler studierte an den Universitäten Bonn, München und Köln Chemie und Biochemie, war als Assistent an der Kölner Universität tätig und arbeitete als Postdoc in den Jahren 1969 bis 1970 an der Stanford University. Nach seiner Rückkehr habilitierte er sich an der Universität Köln und wurde er als Außerordentlicher Professor im Jahr 1975 an die Universität Freiburg berufen. Seit dem Jahr 1980 forscht Saedler am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung und ist seit 1981 Honorarprofessor an der Universität Köln. Eines der Forschungsziele von Saedler ist, mittels molekularer Grundlagenforschung Züchtungsmethoden und umweltverträgliche Pflanzenschutzstrategien für Nutzpflanzen zu entwickeln.

Er gilt als Experte für die molekulare Analyse von pflanzlichen Entwicklungsprozessen wie der Umschaltung von vegetativem zu generativem Wachstum und das Design von Nutzpflanzen sowie die Evolution von Genen, die den pflanzlichen Bauplan kontrollieren. Weiters entwickelte er in seiner Abteilung ein "Reversed Genetics"- System, mit dessen Hilfe Genfunktionen bestimmt werden können, was wiederum zur Gründung eines neuen Forschungsgebietes führte, in dem sich Heinz Saedler mit intrazellulären Signalen in Pflanzen beschäftigt. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt Saedlers betrifft Fragen der Evolution und Biodiversität. Insbesondere diejenige, wie morphologische Neuheiten entstehen. Bekannt ist, dass kleine Veränderungen in der Ausprägung von Regulatorgenen große morphologische Veränderungen nach sich ziehen können.

Saedler forscht beispielsweise an der Lampionblume, der Physalis, die dafür ein gutes Beispiel ist. Ein bestimmtes Regulatorgen, das bei der nahe verwandten Kartoffel nur in Blättern ausgeprägt wird, wird bei der Physalis auch in den Blütenorganen ausgeprägt, was Ursache für deren von jedem Buffet bekannte Laternenform ist. Heinz Saedlers Ziel ist es, die molekularen Details aufzuschlüsseln, um die Evolutionslinie aufzeigen zu können.