Gerhard Dorda

Exner-Laureat Ernst Dorda wuchs in Tschechien als Sohn deutschsprachiger Eltern auf. Seine Interessensschwerpunkte sind die Musik und die Physik. Dorda begann an der Prager Akademie für Musische Künste Komposition zu studieren, musste das Studium aber aus politischen Gründen abbrechen. Hierauf wandte er sich dem Studium der Physik an der Karls-Universität Prag zu. Nach Beendigung seines Studiums arbeitete er zwischen 1957 und 1967 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Festkörper institut der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften.

Im Jahr 1967 flüchtete er gemeinsam mit seiner Familie nach Westdeutschland. Im Jahr der Emigration erhielt er in der BRD ein Dozenten-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung. Danach war er zwischen 1968 und 1994 als Physiker in den Forschungslaboratorien der Siemens AG in München - ab 1984 als Direktor - im Bereich der Entwicklung von Halbleiter-Mikrosystemen tätig. Dorda publizierte bisher über 100 wissenschaftliche Arbeiten.

Gemeinsam mit Klaus von Klitzing und Michael Pepper war er Koautor der ersten wissenschaftlichen Veröffentlichung über den Quanten-Hall-Effekt, für dessen Entdeckung Klitzing 1985 den Nobelpreis erhielt. Darüber hinaus ist Dorda auch als Komponist wirksam. Das kompositorische Schaffen umfasst Orchestermusik, Kammermusik und Vokalwerke. Der Bayerische Rundfunk sendet wiederholt seine Kompositionen.

Seit 1994 ist er als wissenschaftlicher Berater an der Universität der Bundeswehr in München tätig. Seine derzeitigen Forschungsvorhaben betreffen Fundamentalfragen der Physik. So untersucht er aus der Sicht der Physik Prozesse der Sinneswahrnehmung, insbesondere auch die Zeitwahrnehmung, die eine Voraussetzung für die Wahrnehmung von Musik ist. Erstmals konnte er auch gravitativdynamische Einfl üsse der Sonne und des Mondes auf die Entwicklung organischer Strukturen bestimmen. Ausgehend vom dritten Keplerschen Gesetz und der quantisierten Formulierung der Gravitation wird von ihm der Holismus in der Evolution des Kosmos beschrieben und die fundamental-physikalische Fragestellung der so genannten Dunklen Energie kritisch bewertet.

Ausgezeichnet wurde Gerhard Dorda sowohl für seine musikalischen als auch naturwissenschaftlichen Leistungen. So erhielt er unter anderem den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik und das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Physik und Komposition.