Richard Kieffer

Richard Kieffer, der in Freiburg im Breisgau und Frankfurt am Main sein Studium der Chemie absolvierte und 1928 promovierte, verfügte als Vorstand des Instituts für Chemische Technologie anorganischer Stoffe an der Technischen Hochschule Wien über reiche Erfahrungen in der Industrie. Kieffer war nach seiner Promotion kurz Universitätsassistent in Frankfurt, wechselte dann zu den Bayrischen Metallwerken Dachau und trat im Jahr 1930 in die Metallwerke Plansee AG, Reutte ein.

Dort war er enger technischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Unternehmensgründers Paul Schwarzkopf (Wilhelm-Exner- Medaille 1955) und als Vorstandsmitglied der Metallwerke Plansee AG für Forschung und Entwicklung tätig. In Reutte arbeitete Kieffer nahezu 30 Jahre an der Entwicklung von Hartmetallen und der Herstellung neuer Sinterwerkstoffe, wie beispielsweise Wolfram- Kupfer, Verbundmetalle, Sintereisen und Sinterstahl, Sintermagnete, poröse Lager, Diamantmetall-Legierungen, Tantal und Sonderhartstoffe. Auf seine Forschungen gehen auch neue Fertigungsverfahren zurück, wie das Lichtbogen- und Vakuumschmelzen von Titan, Zirkonium, Niob, Tantal und Molybdän sowie die Großmetallurgie hochschmelzender Metalle. Diese Verfahrenstechnologien wurden auch international lizenziert. Kieffer verband mit den beiden Wilhelm-Exner-Medaillenträgern Gustav Hüttig (1954) und Hans Nowotny (1969) eine enge und langjährige Zusammenarbeit.

Kieffer und auch Hüttig sowie Nowotny zeichneten sich sowohl als Grundlagenforscher wie auch durch ihre angewandte wissenschaftliche Arbeit aus. In diesem Sinn entsprachen sie zur Gänze den von Wilhelm Exner Zeit seines Lebens propagierten Grundsätzen. Kieffers vielfältigen Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Pulvermetallurgie fanden in sechs Fachbüchern und 125 wissenschaftlichen Veröffentlichungen ihren Niederschlag.

Sichtbare Anerkennung wurde ihm durch die Ernennung zum Honorarprofessor zuteil. Darüber hinaus wurde Richard Kieffer für sein reichhaltiges wissenschaftliches Werk und seine damit verbundenen Verdienste in der Industrie vielfach ausgezeichnet. So erhielt er unter anderem im Jahr 1952 die Auer-von-Welsbach-Medaille, zwei Jahre später die renommierte Verdienstmedaille der Schwedischen Ingenieur-Akademie. In seiner Heimat wurde er im Jahr 1972 zum korrespondierenden Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt.