Otto Waldstein

Otto Waldstein studierte nach Ablegung der Matura an der Wiener Universität Physik und Chemie. Nach dem frühen Tod des Vaters verzichtete er auf seine angestrebte wissenschaftliche Karriere und übernahm die Führung des väterlichen Optiker- Geschäfts Simon Waldstein. Dieses war zur Zeit seiner Übernahme allen Wienern bereits seit 130 Jahren ein Begriff. Gegründet wurde das Traditions-Unternehmen von Simon Waldstein, dem Urgroßvater des Wilhelm-Exner-Medaillenträgers des Jahres 1932.

Als Optiker machte sich Otto Waldstein vor allem als Fachlehrer an der Wiener Optikerschule einen Namen und trat auch als Mitbegründer der ersten österreichischen Fachzeitschrift für Optik hervor. Weiters geht auf ihn die Gründung des Reichsverbandes der Optiker Österreichs zurück. Waldstein profi lierte sich zu seiner Zeit vor allem als hervorragender und weit bekannter Interessensvertreter des Optikergewerbes. Im Jahr 1930 wurde er als Gewerbevertreter in die Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie entsendet. In dem Gremium vertrat er zusätzlich zu seinem Berufsstand auch das Mechanikergewerbe. In dieser Eigenschaft machte er sich um das heimische Gewerbe außerordentlich verdient, wie von Zeitgenossen vielfach bezeugt wurde. Darüber hinaus engagierte er sich nachhaltig im Niederösterreichischen Gewerbeverein. Diesem gehörte Otto Waldstein seit dem Jahre 1903 an. Er widmete sich unterschiedlichen Aufgabenbereichen, so arbeitete er seit 1913 als Obmann der im Gewerbeverein geschaffenen Abteilung für wissenschaftliche und technische Apparate, später war er Mitglied des Verwaltungsrates sowie als Büchereiverwalter, Kassaverwalter und als Vizepräsident des Gewerbevereins vielseitig engagiert.

Aus Anlass der 90-jährigen Bestandsfeier des Niederösterreichischen Gewerbevereines wurde auch Otto Waldstein für seine vielfältigen Verdienste geehrt. Vermerkt wurde damals besonders, dass er "im Vereinsleben stets durch Anregungen fördernd mitgearbeitet und an der Durchführung der ihm übertragenen Agenden mit unermüdlichem Fleiße mitgewirkt" hatte. Besonders darauf hinzuweisen ist, dass unter anderem auch auf seine Initiative die Stiftung der Wilhelm-Exner-Medaille zurückzuführen ist. Diese Auszeichnung dient der seit der Gründung des Österreichischen Gewerbevereins und auch vom Namensgeber Wilhelm Exner immer wieder formulierten Zielvorgabe, nämlich eine enge Verbindung zwischen Vertretern der Wirtschaft und innovativen Exponenten von Wissenschaft und Technik zu ermöglichen.