Rudolf Halter

Der Wilhelm-Exner-Medaillenträger des Jahres 1925 galt zu seiner Zeit als einer der führenden österreichischen Wasserbautechniker. Halter schloss die Bauingenieurfachschule an der Technischen Hochschule Wien ab und war zunächst als Experte bei der Trassierung von Eisenbahnlinien tätig.

In den Jahren 1887 bis 1895 war Halter im Dienste des Landes Niederösterreich tätig. Schon in dieser ersten öffentlichen Stellung wandte er sich dem Wasserbau zu. Im Jahr 1896 wechselte Halter in das Innenministerium, wo er für die Marchregulierung zuständig war. Ab dem Jahr 1897 wurde er Abteilungsvorstand in der niederösterreichischen Donau-Regulierungskommission. In den zwölf Jahren, die Halter in dieser Position tätig war, wurde ihm während des großen Donauhochwassers des Jahres 1897 die Sicherung der Hubertusdammstrecke Bisamberg-Floridsdorf übertragen, die er vor dem Dammbruch bewahren konnte.

Nach seinem Übertritt zur Donau-Regulierungskommission widmete er sich der Niedrigwasserregulierung im Wiener Donauabschnitt. Auf Halter geht die Verlegung der Fahrrinne vom linken an das rechte Ufer zurück. 1898 bearbeitete Halter das Projekt des Schutz- und Winterhafens in der Freudenau, der in den Jahren 1899 bis 1902 unter seiner Leitung erbaut wurde. In weiterer Folge errichtete er den Kuchelauer Hafen und auch alle wichtigen Donau- Schutzbauten dieser Zeit in Niederösterreich. 1909 wurde ihm zeitgleich mit der Berufung an die Technische Hochschule Wien der Titel Oberbaurat verliehen.

In den Jahren von 1912 bis 1916 war er Dekan der Bauingenieursschule, im Studienjahr 1923/24 Rektor der TH Wien. Halter engagierte sich aber auch in der Volksbildung. Wilhelm Exner initiierte im Jahr 1919 die "Freie Vereinigung für technische Volksbildung" und seitens der Technischen Hochschule Wien setzte Halter in dieser Angelegenheit einen Ausschuss ein. Nach Exners Ausscheiden wurde Halter 1921 zum Präsidenten der Vereinigung gewählt.

Bekannt wurde Halter aber auch durch seine Arbeiten über die Nutzung der Donau als Verkehrsweg und Energielieferantin. Ebenso trat Halter als vehementer Befürworter der Errichtung des Rhein-Main-Donau-Kanals auf, wobei er nicht müde wurde auf die wirtschaftliche Wichtigkeit dieser Wasserstraße hinzuweisen. Um die Donau als Energiequelle und besser für die Schifffahrt nutzbar zu machen projektierte er ein großes Kraftwerk am Eisernen Tor, welches aber nicht ausgeführt wurde.